Christoph Daum hat den Ex-Arminen Ayhan Tumani als Co-Trainer zu Fenerbahce Istanbul geholt
Bielefeld. Über den Anruf, der sein Leben veränderte, hat sich Ayhan Tumani zwar "riesig gefreut", völlig überrascht war der Ex-Armine aber nicht. Als Christoph Daum den gebürtigen Augustdorfer fragte, ob er als Co-Trainer in seinem Stab bei Fenerbahce Istanbul anfangen wolle, brauchte er deshalb nicht lange zu überlegen. Seit zweieinhalb Wochen ist Tumani jetzt für den türkischen Top-Klub tätig - und lernt jeden Tag etwas dazu.
Daums Offerte an den 37-Jährigen, der vor wenigen Wochen den DFB-Trainerlehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie als Viertbester mit der Note 1,7 abgeschlossen hatte, kam nicht von ungefähr. "Ich habe während des Lehrgangs beim 1. FC Köln hospitiert", erzählt Tumani, der den damaligen FC-Coach in dieser Zeit kennen und schätzen lernte.
"Daum ist einer der Besten in der Branche, ein echter Leader, der den Fußball in all seinen Facetten beherrscht", schwärmt Tumani von seinem neuen Chef, den er beinahe ein bisschen ehrfürchtig als seinen Lehrmeister bezeichnet. Umgekehrt muss er aber auch bei Daum einen guten Eindruck hinterlassen haben, schließlich entließ der den Praktikanten seinerzeit mit der Maßgabe, "dass ich in seinen Überlegungen als mögliches Mitglied seines Trainerteams eine Rolle spielen würde". In Köln waren die Strukturen allerdings so fest gefügt, dass für Tumani kein Platz war. Daums Wechsel an den Bosporus ebnete jetzt den Weg für eine Zusammenarbeit.
Bei Fenerbahce drehen Daum und Tumani am ganzen großen Rad. "Fenerbahce ist ein Welt-Klub, eine der Top-Adressen in Europa", sagt Ayhan Tumani - eine Einschätzung, die nicht nur durch die enorme Begeisterung, die um den Verein herrscht, sondern auch durch einen Blick in die Kaderliste bestätigt wird: Tumani darf Topstars wie Roberto Carlos, Alex de Souza, Daniel Güiza, Emre oder Volkan beim Training sagen, wo es lang geht. "Ich bin stolz darauf, bei Fener zu sein", sagt der Ex-Bielefelder, dem aber noch wichtiger ist, "dass ich bei so einem hervorragenden Trainer arbeiten darf": So sei gewährleistet, dass er dazu lerne und weiter reife.
Neben der Trainingsarbeit erledigt Tumani noch einen weiteren wichtigen Job: Er gibt die Ausführungen seines Chefs bei den zahlreichen Pressekonferenzen und TV-Terminen so genau wie möglich auf Türkisch an die Medienvertreter weiter. "Das ist fast noch anstrengender als die tägliche Arbeit auf dem Platz", stöhnt der dolmetschende Fußball-Lehrer, der sich andererseits aber auch über den großen Vertrauensbeweis seitens Christoph Daums freut.
Natürlich identifiziert sich Ayhan Tumani hundertprozentig mit seinem neuen Verein, was recht einfach ist, "denn Fenerbahce war mir von allen türkischen Klubs immer der liebste". Sein Herz gehört aber nach wie vor Arminia Bielefeld, bei der er von 1994 bis 1996 als Spieler "zwei wunderschöne Jahre" verbrachte, die unter der Regie von Ernst Middendorp mit dem Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga gekrönt wurden.
"Ich bin von Kindesbeinen an Armine, bin praktisch auf der Alm groß geworden - so etwas vergisst man nicht, das bleibt", erzählt Tumani, der seinerzeit nach Jugendjahren beim FC Augustdorf und FC Stukenbrock vom SC Verl zur Arminia kam. Dass der DSC aktuell nur noch zweitklassig ist, hat ihn tief getroffen. "Aber Kopf hoch, es geht bestimmt bald wieder aufwärts", sagt Tumani. Sein Wort in Gottes Ohr.