Herford. Mit den Wettkämpfen über die "Langen Strecken" 400 Meter Lagen sowie 800 und 1.500 Meter Freistil begann der Schwimmverband OWL seine Meisterschaften im Jahr eins nach den Hightech-Anzügen. Mit 25 Schwimmern stellte das SchwimmTeam die zweitgrößte Mannschaft gefolgt von den Wasserfreunden, die 14 Teilnehmer gemeldet hatten.
Für die Fachwartin Schwimmen in OWL, Ulrike Urbaniak, wird es kein leichtes Jahr, stehen doch fast alle Kommunen und Vereine unter finanzieller Anspannung. So erklärte sie auch die erneute Austragung dieses Wettkampfes auf 25-m-Bahnen. "Wir bekommen keine anderen Bäder, selbst hier im H2O kostet es ein kleines Vermögen. Höhere Startgelder scheiden aber aus, das können die Vereine nicht mehr stemmen."
So schwammen Jungen wie Mädchen jeweils zu zweit auf einer Bahn. Beim Marathon pendelten sie bis zu 60 Mal rauf und runter, angefeuert von Trainern und Mannschaften. Unter den vielen Jungs wagten sich auch vier Mädchen - darunter Lena Rosenstengel und Karolin Pult - über die Distanz. STB-Coach Andreas Klein sah den Wettkampf für seine Schützlinge als wichtigen Ausdauertest und freute sich über viele gute Leistungen und Medaillen, "obwohl wir nicht speziell für Herford trainiert haben. Herausragend waren Saskia Nieder und Felix Jobke mit ihren Siegen über 400m Lagen."
Nieder gelang neben dem eindrucksvollen Lagenlauf in 5:36,70 noch der zweite Platz über die 800m Freistil. In 10:19,45 blieb sie zwar deutlich hinter der Siegerzeit (10:12,30), hatte aber selber mehr als neun Sekunden Vorsprung auf Platz drei. Platz fünf ging an Vereinskameradin Tabea Mund in 10:42,92. Sie blieb über die Lagenstrecke 75 Hundertstel vor Sandra Mössinger (Wasserfreunde) und sicherte sich in 5:39,76 den Bronzerang.
Erfolgreichster Schwimmer wurde Felix Jobke, der seinen Aufwärtstrend fortsetzte und über 400m Lagen eine neue Bestzeit (5:17,02) aufstellte. Ebenso wie Nieder ergänzte er seine Medaillensammlung in der Zeit von 19:07,98 um eine silberne auf der ungeliebten langen Kraulstrecke. Erstmals mit zweimal Edelmetall trat Björn Seddig die Heimreise an. In 5:26,87 sicherte er dem STB zusammen mit Jobke den Doppelsieg, bevor er in 20:11,64 Kraulbronze gewann.
Weitere Medaillengewinner waren Ron Finger, Leif Sommer und Steffen Loke. Finger verbesserte sich im Lagenrennen zum Vorjahr um zwanzig Sekunden und gewann in 5:30,26 Bronze, um am Sonntag in 20:25,70 noch einen Platz zuzulegen. Ebenfalls mit Silber ausgezeichnet wurden Sommer (18:57,82) und Loke (18:52,56). Ihm gelang dank einer starken Rückenstrecke im Lagenrennen eine Steigerung um fast 15 Sekunden auf 5:07,30 - das bedeutete erneut Platz zwei.
Martin Wolff, Jungtrainer der Wasserfreunde, wollte die Leistungen nicht zu hoch bewerten, befinden sich seine Aktiven doch noch am Anfang der Saison. Dennoch gab es einige sehr erfreuliche Ergebnisse. Drei Starts und fast drei Siege, so lautete Pults Fazit. Nur über 800 m musste sie einer Konkurrentin den Vortritt lassen.
Mit drei ersten und zwei zweiten Plätzen, darunter zwei Titel und ein Vizetitel in der offenen Klasse, wurde sie zur Erfolgreichsten ihres Teams (5:17,09/9:40,63/ 18:32,82). Ebenfalls zwei Siege fuhr Rosenstengel (5:18,69/ 9:57,34) ein. Sie ergänzte ihren Medaillenschatz mit zweimal Bronze für ihren 1.500-m-Einsatz in 19:13,12 sowie in der offenen Lagenwertung. Fast mühelos zu Gold kam Janina Kistenmacher. Während sie über 800m (10:39,08) noch zwei Konkurrentinnen hatte, war sie im Lagenlauf einzige Starterin im Jahrgang 1993. Die Überraschung gelang Nachwuchstalent Christina Teubert. Sie steigerte sich in drei Monaten über 800 m um 25 Sekunden und gewann in 10:32,51 mit einer halben Minute Vorsprung. Letztlich sorgte Celestina Kansy mit zwei zweiten Plätzen hinter Rosenstengel für Doppelsiege der Wasserfreunde.
Bei den Jungen sorgte Johannes Englisch mit seinem Lagen-Sieg in 6:01,61 für einen verheißungsvollen Auftakt. Doch dann kam es ganz dicke für die Wasserfreunde. Nach einem tollen Rennen, in dem Englisch seine alte Bestzeit um mehr als zwei Minuten unterboten hatte, war die Freude ebenso riesig wie der Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Allerdings disqualifizierte der Startrichter Englisch und Teamkollege Bülent Güler wegen eines vermeintlichen Fehlstarts. Damit war es an Max Borchers und Niklas Fülbier, die Vereinsehre zu retten. Beide gaben alles und erschwammen sich in 19:32,82 bzw. 19:22,23 jeweils die Bronzemedaille.





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