Bielefeld. Geht da wirklich etwas auf der Rußheide? Ist der Bolbrinker tatsächlich bespielbar? Und wie wirkt sich die neue Drainage auf die Beschaffenheit des Rasens im Osningstadion aus? Mehr als die Mannschaftsaufstellungen und personellen Details interessierten die Fußballer von der NRW-Liga bis zur Kreisliga C auch vor dem zweiten Märzwochenende der Wetterbericht und der Zustand der Spielflächen.
Beide verhießen wenig Gutes. Für das Wochenende waren nämlich Schnee und Regen angesagt. Egal in welchem Aggregatzustand - ob in flüssiger Form oder in Flocken - der Niederschlag sich seinen Weg zum Erdboden sucht: Er wird die Platzverhältnisse nicht verbessern. Die lassen ohnehin zu wünschen übrig, wie der Blick auf jede beliebige Wiese im Bielefelder Stadtgebiet beweist. An schattigen Stellen liegt nach wie vor Schnee, der zu einer harten Masse gepresst ist. Und wo die Sonne die weiße Pracht getaut hat, trieft der Boden nur so vor Nässe. So war die Austragung aller Begegnungen, die auf Rasen oder Asche angesetzt waren, von vornherein stark gefährdet.
Am Freitag sperrte die Stadt dann auch sämtliche Naturrasen- und Ascheplätze. "Dies geschieht immer, wenn das Umweltamt den Eindruck hat, dass durch die Benutzung die Sportplätze kaputt gehen könnten oder dass es für die Spieler zu gefährlich ist", erläutert Markus Baumann, Vorsitzender des Fußballkreises.
Somit ruht ein weiteres Wochenende in Bielefeld fast komplett der Ball. Das betrifft die unteren Spielklassen bis inklusive Kreisliga A sowie alle Jugendbegegnungen. Schon jetzt ist klar, dass "der Fußballkreis ähnlich wie die oberen Spielklassen Nachholspiele auf Ostersamstag und auf Christi Himmelfahrt legen wird", sagt Baumann. Das Ziel bleibe aber ein Saisonende am 30. Mai. Noch sei dieser Termin, so Baumann, zu halten, allerdings kristallisierten sich bereits jetzt "Problemplätze" heraus. "Die Flächen in Häger und Altenhagen sind in keinem guten Zustand, zudem spielen dort reichlich Mannschaften."
Beim NRW-Ligisten Arminia II fand die Telefonaktion von Teammanager Hannes Scholz, der die anstehende Partie gegen Alemannia Aachen II an der Hagemannstraße austragen lassen wollte, ein schnelles Ende: Aachens Coach van den Berg winkte beim Stichwort "Kunstrasen" gleich ab. Da für Partien auf dem offiziell nicht als Spielstätte vorgesehenen Trainingsgelände die Zustimmung des Gegners erforderlich ist, konnte Scholz sich weitere Anrufe sparen.
In der Landesliga erlebten die Jöllenbecker die Launen des Wetters am Freitag vergangener Woche am eigenen Leib. Ihre Partie in Herford musste nach 19 Minuten wegen starken Schneetreibens abgebrochen werden. Auch an diesem Sonntag werden die "Jürmker" nicht aktiv werden können: Im Naturstadion ist kein Fußball möglich. Gleiches gilt für den Bolbrinker, wo der SV Canlar schon unter der Woche vergeblich versuchte, gegen Lemgo zu kicken. Deshalb ist auch das Derby gegen Arminia III vertagt. Auch der VfL Theesen hat spielfrei. Trainer Andreas Brandwein wusste, dass "in Oeynhausen nichts geht".
In der Bezirksliga war die Partie des TuS Hillegossen schon am Donnerstag abgesagt worden, und auch mit dem Wellensieker Auftritt in Augustdorf dürfte es angesichts geschlossener Schneedecken auf Rasen- und Kunstrasenplatz nichts werden. Dagegen gab es bis gestern Abend grünes Licht für den VfL Ummeln, für den bei Tur Abdin Gütersloh eine enorm wichtige Partie ansteht. "Für uns zählt nur ein Sieg", sagt Trainer Carsten Lochmüller, der den Rückstand auf den morgigen Gener nur zu gerne auf zwei Punkte verkürzen möchte.





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