FUSSBALL-NRW-LIGA: Arminias Amateure sind beim 1:1 gegen Westfalia Herne die schlechtere Mannschaft
Bielefeld. Wie endet ein Fußballspiel, bei dem sich die gastgebende Mannschaft keine einzige Tormöglichkeit erarbeitet und die Gäste etwa eine Handvoll hochkarätige Chancen auslassen? Na! Genau: Endstand 1:1, Halbzeitstand 1:0. Und wie reagieren die Trainer auf diese Punkteteilung? Na! Der Coach der Hausherren ist knurrig, der Übungsleiter von auswärts frohlockt.
Die Fakten des so genannten Verfolgerduells zwischen Arminias Amateuren und Westfalia Herne muten lediglich auf den ersten Blick kurios an, beim zweiten Hinsehen ist der Sachverhalt aber absolut korrekt. Die Bielefelder Amateure, die nach dem 0:3-Ausrutscher von Windeck in Köln den Abstand zu den Aufstiegsplätzen auf vier Zähler verkürzten, wollten aus eigener Kraft den Tabellenvierten aus Herne auf Distanz halten. Doch das gelang zu keiner Zeit der Begegnung auf der Rußheide. "Wir wollten kombinieren und den Gegner unter Druck setzen. Stattdessen haben wir uns dessen Spiel aufzwingen lassen", sagte Perrey. Selbst die völlig überraschende 1:0-Führung durch Christian Santos (25.) verhalf den Arminen nicht zu der nötigen Konstanz. "Wir wollten auf Abwarten spielen und mögliche Räume zum Kontern nutzen", erläuterte der Coach.
Doch Herne verlagerte die Ereignisse Stück für Stück in die Bielefelder Hälfte und produzierte in feiner Regelmäßigkeit klare Torchancen. Allein Abdou Ouro-Akpo hätte sein Torkonto mächtig aufmöbeln können. Der Togoer scheiterte jedoch gleich mehrfach am fantastischen Bielefelder Schlussmann Niklas Hartmann. "Bei ihm können wir uns bedanken, dass wir nicht verloren haben", lobte Perrey. Die spektakulärsten Einsätze fuhr Hartmann in der 37. und 75. Minute, als er jeweils aus nächster Nähe einen strammen Schuss des Herner Stürmers entschärfte.
Im Spielaufbau offenbarten die Gastgeber Defizite, "die nur zum Teil mit den Bodenverhältnissen zu erklären sind", nörgelte Perrey. "Wir haben vorne zu schnell die Bälle verloren", analysierte Kapitän Carsten Rump.Weder Dominik Rotter, der in der 67. Minute als Erster ausgewechselt wurde, noch anschließend Christian Santos kamen im Sturmzentrum zur Geltung. Auch im Mittelfeld stand Herne sehr kompakt. "Immer wenn etwas möglich gewesen wäre, haben die unsere Kombinationen zerstört", sagte Rump. So blieb es nach der glücklichen Führung des DSC bei einigen Distanzschüssen von Dogan (27.), Santos (45.) und noch einmal Dogan (53.).
Die Westfalia schaltete dagegen einen Gang höher und hätte spätestens nach einer Stunde den Ausgleich verdient gehabt. "Ich habe drei oder vier Hochkaräter gesehen", zählte Trainer Frank Schulz auf. Doch die Herner benötigten die Hilfe eines Arminen, um an diesem Tag zu einem Torerfolg zu kommen. Verteidiger Marcel Appiah unterlief ein folgenschwerer Stockfehler, als ihm in der 76. Minute eine Hereingabe vom Fuß ins eigene Tor sprang. Trotz der eifrigen Unterstützung durfte Schulz ohne Widerspruch behaupten, dass "wir die bessere Mannschaft waren. Und deshalb fahren wir zufrieden nach Hause". Armin Perrey bilanzierte: "Wir können und müssen mit dem Punkt leben."
In Frieden pilgerten auch die Fans der beiden Lager heim. Das ist insofern erwähnenswert, weil sie sich noch beim letzten Treffen auf der Rußheide so manche Keilerei geliefert hatten. Diesmal beließen sie es bei Gesängen, Anfeuerungsrufen und ein bisschen pyrotechnischem Schnickschnack.