Bielefeld. Die kleine Lea zittert vor Nervosität. Dann läuft sie los, bremst, springt und dreht sich in der Luft um die eigene Achse. Sprung geglückt. Sie strahlt und setzt ihre Minikür auf der Oetker-Eisbahn fort. Lea Sempf war eine von 160 Kindern und Jugendlichen, die beim ersten Bielefelder Marietta-Marik-Pokal im Eiskunstlauf teilnahmen.
"Wir wollen den Kindern ermöglichen, ihr Können vor Preisrichtern unter Beweis zu stellen", sagt Udo Fassnacht von der ausrichtenden Eiskunstlaufabteilung des DSC Arminia. "Uns ist wichtig, dass alle Altersklassen dabei sein können. Der Spaß am Laufen steht hier im Vordergrund." Deshalb erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde und einen kleinen Pokal. Der DSC Arminia war der erfolgreichste Verein, gemessen an der Gesamtpunktzahl aller Läuferinnen und Läufer.
Die Begeisterung für den anspruchsvollen Sport wird auf dem Eis deutlich. Beginnend mit den vierjährigen Minis zeigen die grazilen Nachwuchsläuferinnen, warum sie das monatelange Trockentraining im Sommer auf sich nehmen.
Zunächst glänzen die jüngeren Starterinnen und Starter mit der Minikür und verschiedenen Eiskunstlaufelementen. Ob Schwalbe, Storch oder Hocke - die Technik der Youngster ist beeindruckend. Dabei sind alle Laufkategorien von Minis bis Neulinge (Kürklasse 5) vertreten.
Am Nachmittag bieten dann die Zwölf- bis Siebzehnjährigen eineinhalbminütige Kurzprogramme und zweieinhalbminütige Küren dar. "Die Körperbeherrschung gepaart mit Anmut und Grazie," erläutert Fassnacht, "das macht die Schwierigkeit aus - es muss auch gut aussehen."
Dafür sind die Läuferinnen und Läufer nicht nur aus Bielefeld, sondern auch aus ganz NRW sowie Bremen und Bremerhaven angereist. "Die starke Resonanz hat uns überrascht", gibt Fassnacht zu, "zeigt aber auch, wie wichtig dieser Pokalwettkampf angesehen wird."
Anlass des erstmalig ausgetragenen Pokals ist das 30-Jährige Bestehen der Eiskunstlaufabteilung des DSC. "Da wollten wir nicht nur das alljährliche Schaulaufen austragen." Als prominente Namensgeberin dient die ehemalige Solistin Marietta Marik, "die unsere Eiskunstlaufabteilung maßgeblich aufgebaut hat," erzählt Fassnacht. Die gebürtige Ungarin Marik hat sich in der internationalen Eiskunstlaufszene einen Namen als ungarische Staatsmeisterin gemacht. Seit über 30 Jahren schon trainiert sie erfolgreich den Bielefelder Nachwuchs.
So auch Lea Sempf, die über das freie Laufen an das Eiskunstlaufen gekommen ist: "Das hat mir schon immer viel Spaß gemacht. Seit zwei Jahren laufe ich jetzt richtig." Und wie. Die Elfjährige legt noch eine Standpointe, eine Schleife und einen Salchow-Sprung aufs Eis, ehe die Minikür in der Freiläufer Kategorie 1 B beendet ist.
Zufrieden scheint sie zunächst aber nicht. "Geht so", kommentiert Lea ihre Vorstellung auf dem Eis. Die Preisrichter bewerten das freilich nicht so bescheiden: Unter 14 Starterinnen springt für das junge DSC-Talent ein hervorragender zweiter Platz heraus. Die Nervosität ist endgültig der Freude gewichen.
Bielefelder Ergebnisse
Freiläufer Elemente: 2.Platz Jennifer Schwarz.
Freiläufer Kategorie 1 A: 16. Angela Keller.
Freiläufer Kategorie 1 B: 2. Lea Sempf; 4. Melissa Duttenhöfer; 5. Jennifer Vielmeyer; 7. Michelle Reichert; 11. Lauryn McLaughlin.
Eisläufer A: 8. Celine Possoch; 10. Giuliana Ostheider.
Eisläufer B: 10. Jana Brinkhoff; 11. Anisa Tugal.
Eisläufer C: 7. Lavinia Tugal; 9. Tabea Hogenkamp; 10. Manfred Fassnacht; 12. Cansel Gel; 14. Constanze Fitzon.
Freiläufer Kategorie 2: 3. Denise Possoch; 8. Duygu Türk; 12. Janine Herrscher.
Figurenläufer Breitensport: 1. Lea Schieleit; 3. Katharina Eckert; 5. Miray Türk.
Figurenläufer: 2. Isil Damla Özdemir; 3. Lotte Fassnacht; 4. Angelina Reichert; 9. Thomas Dick; 10. Luise Fassnacht; 12. Laura Dick.
Kunstläufer: 1. Sonja Esser.
Anfänger Breitensport: 1. Alexandra Pango.
Anfänger: 5. Kristine Fassnacht.