Bielefeld (blue). Die sportlichen Aufreger kamen nach der Pause, vor dem Seitenwechsel sorgten zwei Verletzungen für Emotionen im Westfalenliga-Derby zwischen dem TuS Dornberg und dem VfB Fichte (2:3).
Vor allem die Verletzung des Dornbergers Sören Siek (Jochbeinbruch, wurde bereits operiert) brachte einige Turbulenzen mit sich. TuS-Trainer Mario Ermisch bezichtigte den Verursacher Christopher Gliniars gar der Absicht, was der Spieler sowie die Verantwortlichen des VfB Fichte weit von sich wiesen. "Das ist im Eifer des Gefechts passiert und war garantiert keine Absicht", sagte VfB-Fichte-Coach Mark Sawkill. "Ich bin sauer und enttäuscht über die Aussagen von Ermisch. Das gehört sich nicht."
Der Schiedsrichter habe bei dem Zweikampf direkt daneben gestanden und auch kein Foulspiel gepfiffen. TuS-Manager Hans-Werner Freese legt allerdings nach: "Fakt ist, dass Gliniars laut Aussagen einiger Dornberger Spieler seine Tat sogar angekündigt hat." Zudem seien weitere Begleiterscheinungen, wie etwa das Anzünden von Feuerwerkskörpern durch VfB-Fichte-Fans, nicht erfreulich gewesen.
Der zweite Verletzte war Milaim Bobaj (VfB Fichte), der einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk erlitt. Sein Bruder Samir Bobaj saß bei Dornberg zum zweiten Mal, nachdem er seinen Kreuzbandriss auskuriert hat, auf der Bank. Jetzt musste er mit ansehen, wie Milaim vom Platz humpelte.
Fußball wurde auch noch gespielt: Die turbulente zweite Halbzeit entschädigte die gut 150 frierenden Besucher für die müde Vorstellung in den ersten 45 Minuten. Neben dem zweifachen Torschützen Gliniars war Torwart Holger Peterhanwahr der Matchwinner des VfB Fichte. In der Schlussphase bewahrte er mit drei glänzenden Paraden sein Team vor einem Rückstand. "Die ganze Mannschaft hat gut gespielt", verteilte Mark Sawkill das Lob auf alle. "Crispi kann man aber herausheben. Er war der Mann des Tages und nicht der Sündenbock. Für Sören Siek tut es mir leid, ich wünsche ihm gute Besserung."