FUSSBALL: Die Stadt legt den Rotstift an - einige Sportvereine müssen umgesiedelt werden
Bielefeld. Die Nachricht war ein großer Schock: Ab 2012 sollen mindestens drei Bielefelder Sportplätze geschlossen werden, damit die Stadt 110.000 Euro einspart. Der Rotstift regiert - und einige Sportvereine müssen um ihre Plätze und damit auch um ihre Zukunft bangen. In der engeren Auswahl sind der Wiesenbach in Schildesche, die Dreekerheide in Jöllenbeck, der Bolbrinkersweg in Gadderbaum und der Schlackeplatz in Hoberge-Uerentrup. Eine Frage stellen sich alle betroffenen Fußballvereine: Wo spielen wir, wenn es unsere Plätze nicht mehr gibt?
Einer der Leidtragenden ist der TuS Hoberge-Uerentrup, der seit 1923 im Ortsteil verwurzelt ist. "Wir sehen natürlich die Problematik in Hoberge, wo im ländlichen Raum Fußball gespielt wird", sagt Gerhard Bockermann, Leiter des Sportamts der Stadt Bielefeld. "In Zeiten, in denen gespart werden muss, müssen aber harte Einschnitte gemacht werden." Er verweist aber auf den "Runden Tisch Fußball", der die Platzproblematik lösen und alternative Belegungen finden soll. Über die endgültige Schließung werde aber im Schul- und Sportausschuss entschieden, so Bockermann.
"Sollte der Sportplatz Hoberge geschlossen werden, wäre das der Tod für uns", sagt der erste Vorsitzende des Vereins, Dirk Meyer. Einen anderen Spielort könne er sich nicht vorstellen. "Wir sind nun mal der TuS Hoberge-Uerentrup, wir können nicht ausquartiert werden." Eine neue Bleibe auf den Kunstrasenplätzen in Dornberg oder in Wellensiek ist ausgeschlossen.
Einen neuen Platz für SuK Bielefeld und SV Canlar, beide derzeit am Bolbrinkersweg beheimatet, gibt es auch noch nicht. Die Vereine fusionieren zum SuK Canlar, eine neue Bleibe im Sportpark Gadderbaum ist nach Aussage von Bockermann aber nicht sicher. "Das Stammquartier von Canlar ist der Wiehagen am Großmarkt", erklärt der Sportamtschef.
Von einer Schließung des Rasenplatzes Dreekerheide in Jöllenbeck wären der FC Hasenpatt und Teile der Jugendabteilung des TuS Jöllenbeck betroffen. "Bei uns im Naturstadion Jöllenbeck ist für Hasenpatt kein Platz mehr", sagt der TuS-Geschäftsführer Markus Baumann. Er könnte sich einen Spielbetrieb der Hasenpatt-Senioren in Vilsendorf vorstellen, doch für die Jugendabteilung des FC sieht er große Probleme: "Die können nicht einmal so schnell ein paar Kilometer zurücklegen."
Bei einem Aus des Ascheplatzes am Wiesenbach müssten der FC Hilal Spor, VfJuE, KSC Bosna und SV Yek-Spor "umgesiedelt" werden. Dass der Platz im Schildescher Grüngürtel in absehbarer Zeit einen Kunstrasen bekommt, hält Bockermann für utopisch: "Das ist von der Verwaltung bisher nicht angedacht, dazu gab es noch nie einen Plan."