FUSSBALL-NRW-LIGA: Bielefelds Amateure steigen nach dem 2:1 in Sprockhövel in die Regionalliga auf
Sprockhövel. Kaum zu glauben, aber wahr. Es gibt noch positive Nachrichten vom DSC Arminia Bielefeld. Die vom gestrigen Sonntag ist vielleicht die beste des ganzen Jahres. Die Amateure des gebeutelten Klubs steigen als Zweiter der NRW-Liga hinter Meister Wiedenbrück in die Regionalliga auf. Diesen Erfolg stellte die Mannschaft von Trainer Armin Perrey vor den Augen des neuen Cheftrainers Christian Ziege mit einem hart umkämpften 2:1 (1:0)-Sieg bei Absteiger TSG Sprockhövel sicher.
Getreu dem Motto: "Der Verein hat in dieser Zeit nicht viel zu feiern, also lassen wir es krachen", brachen nach dem Schlusspfiff im Stadion am Baumhof alle Dämme. Die rund 350 mitgereisten Arminen-Fans mussten schon Minuten vor Spielende vom Stadionsprecher beruhigt werden. "Freunde, den Zaun lasst Ihr stehen! Ihr dürft gleich aufs Feld", mahnte und versprach dieser.
Der Anhang ließ sich durch diese Restriktion und das unterirdische Wetter seine blendende Stimmung nicht vermiesen. Er skandierte: "Bielefelder Amateure, Ihr seid unsere Zukunft", und gab den würdigen Rahmen für den zweiten Regionalliga-Aufstieg des DSC-Unterbaus nach 2004.
Der Siegersekt spritzte. Die Spieler tanzten und jubelten. Trainer Perrey und Co-Trainer Daniel Scherning genossen die Bierdusche. Freunde und Familienangehörige herzten sich innig. Bei Kapitän Carsten Rump flossen die Tränen. "Ich bin so stolz auf diese Mannschaft. Man muss sich einmal vorstellen, unter welchen Bedingungen dieser Erfolg zustande gekommen ist. Unsere jungen Leute haben sich von den Querelen im Verein nicht beeindrucken lassen und einfach weiter Fußball gespielt. Das verdient Respekt."
In das gleiche Horn stieß Armin Perrey: "Der Verlauf des Spiels ist der passende Abschluss für diese bewegende Serie. Wir haben immer wieder Rückschläge weggesteckt und sind stets zurückgekommen. Unsere beste Zeit hatten wir sicher in der Rückrunde, die wir als beste Mannschaft noch vor Wiedenbrück abgeschlossen haben."
Die Arminen, die mit dem Vorsprung von einem Punkt und zwei Toren auf Verfolger Windeck in die letzte Begegnung gegangen waren, hatten an der Endspielsituation schwer zu tragen. "Der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, hat die Beine müde gemacht", meinte Profi Nils Fischer. Doch mit der 1:0-Führung (42.) durch Christian Santos schien der Weg in die vierte Liga geebnet.
Als Sprockhövel, das in der zweiten Halbzeit sogar mehr vom Spiel hatte, allerdings zum 1:1-Ausgleich (73.) durch Ferhat Uelker kam, "habe ich einen Moment gezweifelt und gedacht: Jetzt ist alles vorbei", gestand Santos. Doch die Bielefelder bewiesen Moral – wie schon so oft in dieser Saison –, fighteten sich zurück und realisierten den Aufstieg aus eigener Kraft. Joker Marwin Studtrucker vollendete einen Steilpass und schoss mit dem 2:1-Endstand (85.) "das wichtigste Tor meiner Karriere". Dass beinahe zur gleichen Zeit Germania Windeck beim VfB Hüls mit 2:3 unterlegen war, spielte keine Rolle mehr.
Der Rest war Improvisation. Die Aufsteiger-Shirts waren schnell aus der Umkleide geholt. Ebenso der Alkohol – der anschließend wahlweise getrunken oder verschüttet wurde. Nach einer weiteren zünftigen Sause in der Kabine begab sich der Bielefelder Tross gegen 18.45 Uhr wieder Richtung Bielefelder. Dort ging es um 21 Uhr zum Aufsteiger-Essen, das der Vorstand spendiert hatte, in die Hammer Mühle. Später lockte der Leinewebermarkt . .