Bielefeld. Die Freunde der Landesliga mussten im abgelaufenen Fußballjahr in der Tabelle nach unten schauen, um ihre Lieblinge zu orten. Die dritte Mannschaft des DSC Arminia, der VfL Theesen, der SV Canlar und der TuS Jöllenbeck bewegten sich zumeist im letzten Drittel. Während der DSC III und der VfL Theesen immerhin ihren Kopf retten konnten, mussten Canlar und der TuS Jöllenbeck absteigen, wobei die "Jürmker" eine unterirdisch schlechte Serie spielten.
So kicken im Fußballjahr 2010/2011 nur noch zwei heimische Klubs in der siebten Liga. Ungewöhnlich für eine Klasse, in der sich vor wenigen Jahren noch sechs Bielefelder Vereine tummelten.
"Mit der Hinserie war ich zufrieden, da haben wir 100 Prozent Leistung gebracht - in der Rückserie nicht mehr", bilanziert Miron Tadic, Trainer der dritten Mannschaft des DSC Arminia. Außerdem habe es eine Rolle gespielt, dass die Großwetterlage im Verein nicht gerade viel Mut gemacht habe. Während Tadic es mal wieder mit vielen jungen Akteuren zu tun hatte, fällt auf, dass für ihn "Altmeister" Rhida Skhiri der Mann der Saison war. "Er war für uns äußerst wichtig", so Tadic. Nach ihm erhielten Dennis Pankratz und Frank Rott ein Sonderlob. Es ist im übrigen jetzt schon bekannt, wer den Verein verlässt und wer hinzustößt. Christoph Langer (Holsen), Heiko Langer (TuS Tengern), Rhida Skhiri (Karriereende) und Gabriel Markovic (Studium in Mexico) werden gehen. Kommen werden Daniel Nottebrock (Ubbedissen), Felix Scharf (VfB Fichte), Mario Brkovic (Hausberge) und Doran Ay (vereinslos).
"Unser Ziel Klassenerhalt haben wir geschafft", ist Andreas Brandwein, Trainer des VfL Theesen mit dem Abschneiden seiner Elf im abgelaufenen Fußballjahr zufrieden. "Wir standen nie auf einem Abstiegsplatz", freut er sich. Brandwein ist es wie im Vorjahr gelungen, junge Spieler in seine Mannschaft zu integrieren. So kam Michael Zech, sein bester Torschütze aus der Kreisliga B, Önder Irmak von den eigenen A-Junioren und Dominik Neumann aus der zweiten Mannschaft. Der VfL Theesen hatte verletzungsbedingt einige Ausfälle zu beklagen. So stand Davor Ilic einige Wochen nicht zu Verfügung und fehlte Heinrich Mergel (Kreuzbandriss) einige Monate. Für den Landesligakenner Andreas Brandwein ist die Liga ausgeglichener geworden, sieht man einmal von dem Alleingang des Aufsteigers SV Spexard ab.
Ähnlich zweigeteilt wie die Bilanz von Miron Tadic fällt auch die von Zafer Atmaca, Spielertrainer des SV Canlar, aus. "Die Hinserie war in Ordnung, nach der Winterpause haben wir dann den Klassenerhalt verspielt", bilanziert Zafer Atmaca, Trainer von Neuling SV Canlar den Saisonverlauf. Sein Klub stand noch zur Mitte der Serie auf einem vermeintlich beruhigenden Mittelfeldplatz, dann trennte sich der Verein aus disziplinarischen Gründen von einigen Spielern, und die Leistung ließ nach. So konnte der Ausfall von Sezgin Baytar niemals verkraftet werden. Besonders im Sturm war in vielen Spielen Ebbe angesagt. "Vorn war leider oft tote Hose" erinnert sich Atmaca. So ist es fast grotesk, dass der defensive Spielertrainer selbst mit fünf Treffern bester Torschütze war. In der Bezirksliga wird SuK Canlar, wie der Verein dann heißt, mit einem neuen Gesicht auflaufen, denn viele Akteure verlassen den Verein. So gehen Cihan Arslan (SV Avenwedde), Engin Acar (VfL Herford), Ümit Özkaya, Emran Berisha und Abdull Ektiren (alle mit unbekanntem Ziel).
Bei nur drei Siegen und insgesamt 18 eigenen Toren besaß der TuS Jöllenbeck keine Chance auf den Klassenerhalt. Weder Trainer Hans Grundmann, noch Markus Patsch, der ihn als Coach ablöste, vermochten das Vereinsschiff in erfolgreiches Fahrwasser zu lenken. "Vorn waren wir einfach zu schwach", stellte Uwe Spilker, stellvertretender Fußballobmann, den wesentlichen Grund für das schwache Abschneiden heraus. Der Unterschied zum TuS 2008/2009 hatte aber auch einen Namen, und der heißt Sören Siek. Der begnadete Fußballer lenkte in der abgelaufenen Serie das Spiel und setzte selbst eindrucksvoll die Akzente: "Sören Sieks Abgang haben wir nie verkraften können", sagt Spilker. Es fehlte den "Jürmkern" in der abgelaufenen Saison zudem die zündende Idee. Auch der Gewinn der Stadtmeisterschaften im Hallenfußball konnte der scheinbar tot anmutenden Mannschaft kein neues Leben einhauchen. "Leider war nach dem Sieg und dem Beginn der Meisterschaftsspiele zu viel Zeit, so dass die Euphorie verpuffte", bedauert Spilker.
Jetzt ist es an dem neuen Trainer Yorck Bergenthal, der Mannschaft für die kommende Bezirksliga neuen Mut und neues Leben einzuhauchen.