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28.06.2010
Türk Sport das Maß der Dinge
Altenhagen steigt glücklich auf - Türk Sport II, Jöllenbeck II und Quelle traurig ab
VON HEINZ-DIETER KLUSMEYER

Glücklicher Saisonausgang | FOTO: OTT

Bielefeld. Die Bielefelder Fußball-A-Kreisligisten waren in der abgelaufenen Spielzeit äußerst gründlich. Sie räumten sämtliche Plätze von Bedeutung ab. Erfreulicherweise stellten die heimischen Klubs mit dem FC Türk Sport und dem FC Altenhagen die beiden Bezirksliga-Aufsteiger, leider kamen aber auch die drei Absteiger aus Bielefeld. Für FC Türk Sport II, TuS Jöllenbeck II und TuS Quelle gab es keine Rettung: Sie müssen in die B-Liga zurück.

An der Spitze setzte sich der FC Türk Sport sicher durch und krönte die Saison mit dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga, wo sich das Team von Trainer Kenan Gökdemir in den nächsten Jahren etablieren möchte. "Wir haben unser Ziel mit einer homogenen und sehr disziplinierten Mannschaft erreicht, was nach den Abstiegen der Vorjahre nicht unbedingt zu erwarten war", freut sich Gökdemir. Leider verliert der Meister seinen (Zweit-)Torjäger Muammer Pehlivan. Dennoch ist der Elf um Özgen Yildiz eine gute Rolle zuzutrauen, die mit erfolgreichem Offensivfußball (123 Treffer) für Furore sorgte.

Als glücklicher Mitaufsteiger präsentierte sich der FC Altenhagen, der auf der Zielgeraden die Spvg. Versmold auf den undankbaren dritten Platz verwies. "Ich habe mit Kusenbaum ja schon so manches erlebt, doch an so eine spannende Endphase kann ich mich nicht erinnern", stellte Trainer Daniel Diekmann fest. Am Ende reichte dem FCA die um einen Treffer bessere Tordifferenz zum Aufstieg, der eine tolle Saison krönte. "Wir haben in der Sommerpause ganze Arbeit geleistet und den Kader schnell zu einer stabilen Einheit formen können", lobte Sportwart Axel Grimmig.
Weniger zufrieden war man beim VfL Schildesche, der als großer Favorit gehandelt worden war. "Wir haben in der Endphase nur noch um die goldene Ananas gespielt", stellte Trainer Frank Ruske sachlich fest, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Unnötige Niederlagen und langwierige Verletzungen einiger Leistungsträger verhinderten eine bessere Platzierung. Die Reserve des VfL Theesen freute sich über Platz sieben. Dabei bot die Mannschaft von Günter Schiller stets unterhaltsames - Angriff wie Abwehr waren immer für eine Überraschung gut. Schon nach wenigen Spielen hatte der Trainer erkannt, dass seine Mannen gerne ohne taktische Zwänge agieren, was das Torverhältnis von 85:63 Treffern deutlich unterstreicht.Mit ganz anderen Problemen hatte der TuS Ost zu kämpfen, der bereits in der Hinrunde sämtliche Heimspiele bestreiten musste. Grund war die Platzsanierung am Rand der Heeper Fichten, wo nach der Winterpause mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes begonnen wurde. Trainer Volker Wißmann wollte eigentlich schon in dieser Phase den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen, doch der dünn besetzte Kader wurde der viele Verletzte arg dezimiert. "Diese Lücken konnten wir nicht schließen", erklärt Wißmann. Ohne größere Schwierigkeiten erreichte der Aufsteiger SuK den Klassenverbleib (10.), wenngleich Trainer Bedirhan Atalay kurz nach der Winterpause seinen Posten an seinen Kollegen Karakus abgab. Die mangelnde Chancenverwertung sorgte dennoch für unnötige Punktverluste.
Für Friesen Milse hätte die Spielzeit beinahe ein böses Ende genommen. Lange Zeit schwebte das Team von Trainer Uwe Bokermann in akuter Abstiegsgefahr. "Wir haben während der gesamten Spielzeit nie unseren Rhythmus gefunden und konnten nie an die Leistungen des Vorjahres - ein sensationeller vierter Platz - anknüpfen", sagte der Coach. Zu allem Überfluss verlässt auch noch Torjäger Ivan Allert den Verein, der demnächst für den VfL Theesen seine Schuhe schnüren wird.

Punktgleich mit den Milsern belegte Aufsteiger Spvg. Heepen den 13. Platz, mit dem sich die Mannen vom Schützenberg ebenfalls den angestrebten Klassenerhalt sicherten. Nach einer desolaten Negativserie zog man beim Neuling die Reißleine und trennte sich nach dem 24. Spieltag von Trainer Marco Hall, der von Jakov Vrdoljak an der Seitenlinie ersetzt wurde. Nach und nach stabilisierte sich das Heeper Team, das den drohenden Abstieg erst am letzten Spieltag abwendete.

Keine Rettung gab es dagegen für FC Türk Sport II, das somit die eigene "Erste" vorerst aus den Augen verliert. Diesen Umstand nimmt man am Kupferhammer aber gelassen, schließlich hatte der Wiederaufstieg der ersten Mannschaft in die Bezirksliga höhere Priorität. Dennoch möchte der FC möglichst schnell die Rückkehr ins Kreisoberhaus schaffen, um für einen vernünftigen Unterbau der "Ersten" zu sorgen.

Erwischt hat es dieses Mal auch den TuS Jöllenbeck II, der seit Jahren zum festen Bestandteil im Keller der A-Liga gehörte. "In dieser Saison war der Wurm drin", musste Interimstrainer Jan Kosmann frustriert feststellen, der Bodo Barciaga in den letzten Begegnungen vertrat. Aber auch Kosmann konnte dem Team keine Impulse geben - so war der Abstieg nicht mehr zu vermeiden.
Völlig chancenlos war das Team des TuS Quelle, das weit abgeschlagen Letzter wurde. Mit einem neuen Konzept wollte Stephan Achtereekte im Sommer für frischen Wind sorgen, doch schnell musste der Coach erkennen, das die Qualität des Kaders nicht ausreichte, um seine Pläne zu verwirklichen. Schon nach acht Spieltagen warf Achtereekte das Handtuch und sein Kotrainer Jörg Fischer hatte die undankbare Aufgabe, den Spielbetrieb bis zum bitteren Abstieg aufrecht zu erhalten.

Im kommenden Jahr neu im Oberhaus werden die B-Liga-Aufsteiger SCB 04/26 und SC Peckeloh II sein - sowie die Bezirksliga-Absteiger VfL Ummeln, Solbad Ravensberg und SV Häger.


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