Bielefeld. Wolfgang Brinkmann wollte keinen falschen Eindruck hinterlassen: "Es war nicht alles schlecht in der Vergangenheit, aber wir wollen künftig besser werden", sagte Arminias Präsident anlässlich der Vorstellung des neuen Nachwuchskonzepts. In diesem sieht er die Chance, "Arminia als erstklassige Adresse in der Region zu verankern".
Der Neuanfang, der bei den Profis unter Cheftrainer Christian Ziege begonnen hat, soll jetzt auch auf den Nachwuchsbereich ausgeweitet werden. Und auch hier zieht er personelle Änderungen nach sich: Thomas Krücken ist der neue starke Mann, der Arminias Nachwuchsabteilung vorsteht. Er übernimmt den Verantwortungsbereich von Marc-Oliver Stricker und Peter Krobbach und wird dabei unterstützt von Ralf Santelli. Der Co-Trainer von Christian Ziege soll die Schnittstelle zwischen Profi- und Nachwuchsbereich koordinieren, um eine optimale Verzahnung und Durchlässigkeit zu erreichen.
Stricker und Krobbach waren jüngst erst freigestellt worden. "Bei langjährigen Mitarbeitern stoßen solche Entscheidungen nicht sofort auf Verständnis", kommentierte Brinkmann den Personalwechsel; in der Sache sei die Entscheidung jedoch richtig. Mit Stricker hat sich der DSC bereits auf eine Vertragsaufhebung geeinigt. Krobbach bleibt widerruflich freigestellt.
Dr. Oetker erster Ansprechpartner
Durch das Maßnahmenpaket entstünden keine Mehrkosten, sagte Arminias Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier. Mit der neuen Konzeption wollen die Verantwortlichen in der Region um Unterstützung werben. Einer der ersten Ansprechpartner soll das Unternehmen Dr. Oetker sein. Vor einem Jahr hatte die Führungsetage des Weltkonzerns mit Hauptsitz in Bielefeld angekündigt, die Jugendarbeit Arminias unterstützen zu wollen. "Unser Chancen sind größer, wenn wir mit unserem Konzept überzeugen", glaubt Wolfgang Brinkmann.
Wie schon seine beiden Co-Trainer Ralf Santelli und Mario Himsl hat Arminias Teammanager Christian Ziege auch Thomas Krücken während des Fußballlehrer-Lehrgangs "kennen und schätzen gelernt", wie er betonte: "Thomas bringt viele zukunftsweisende Ideen mit und arbeitet sehr konzeptionell." Dies durfte er zu seinem Amtsantritt in Bielefeld unter Beweis stellen. Das neue Nachwuchsprogramm stellte Krücken als eine Gemeinschaftsproduktion von Christian Ziege, Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier, Teilen des Vorstands und natürlich von ihm selbst vor: "Wir haben das bestehende Konzept überarbeitet und unsere Visionen daraufgesetzt."
Dass Christian Ziege sich mit Krücken mittlerweile schon den vierten Vertrauten für eine Position im für die Gesamtentwicklung des finanziell angeschlagenen Klubs wichtigen sportlichen Bereich ausgesucht hat, stellt für Wolfgang Brinkmann keine Gefahrenquelle dar: "Wenn wir das so gesehen hätten, hätten wir es nicht gemacht. Es ist vielmehr von Vorteil, wenn sich die Leute untereinander gut verstehen und die gleiche Philosophie teilen." Es ruhe allerdings auch eine hohe Verantwortung auf dem neuen Team, denn Arminias Zukunftschance liege darin, Talente auszubilden, sie für den Profibereich zu entwickeln oder sie gewinnbringend zu verkaufen, ergänzte Brinkmann.
Als essentiell bezeichnet Wilfried Lütkemeier, dass neben der sportlichen Förderung die schulische, berufliche und vor allem persönliche Entwicklung des Nachwuchses im DSC-Konzept eine große Rolle spiele. "Wer an Kinder und Jugendliche hohe sportliche Anforderungen stellt, trägt andererseits auch hohe Verantwortung für deren ganzheitliche Entwicklung", betonte Arminias Vize-Präsident.