Bielefeld (dogi). Der Bustransfer am Freitagabend war zwar keine Triumphfahrt. Doch Arminias Regionalliga-Team legte die anderthalb Stunden von Wuppertal nach Bielefeld in dem Bewusstsein zurück, beim 1:1 gegen den entthronten Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga eine ansprechende Vorstellung gezeigt zu haben.
"Das Unentschieden war das richtige Ergebnis", meinte DSC-Trainer Armin Perrey, der offen zugab, dass die Wuppertaler in der zweiten Halbzeit das stärkere Team gewesen waren. "Große Teile des ersten Durchgangs haben aber wir bestimmt", befand der mit der Leistung und dem Resultat zufriedene Coach. Dass die Gastgeber die von Gianluca Marzullo nach 20 Minuten erzielte Arminia-Führung zehn Minuten vor dem Ende durch Kastrati noch ausgleichen konnten, "musste vom Spielverlauf her wohl so kommen", erklärte Perrey: Der Druck des WSV sein immer stärker geworden - und irgendwann gehe ein in den Strafraum geschlagener Ball dann halt auch mal rein.
Besonders angetan war der Gäste-Coach von den ersten 35 Minuten: "Da haben wir so mutig und frech gespielt, wie ich mir das vorstelle", sagte Armin Perrey. Wesentlichen Anteil daran, dass die Wuppertaler sich lange Zeit kaum einmal gegen die gut stehende DSC-Defensive durchsetzen konnten, hatte Diego Demme. Der gerade erst aus der U 19 zum Regionalligateam gestoßene Youngster glänzte in seiner Abräumer-Rolle vor der Abwehr. "Diego war immer präsent, hatte unheimlich viele Ballkontakte und hat kaum Fehler gemacht", lobte Perrey den 19-Jährigen. Mit Gianluca Marzullo bekam auch das zweite frisch in den Kader der U 23 aufgerückte Eigengewächs ein dickes Trainerlob ab: "Hut ab vor Gianluca: Wie er sich in seinem ersten Seniorenspiel von Beginn an gegen gestandene Abwehrspieler behauptet hat, war schon klasse." Dabei war Marzullo lediglich in die Startformation gerückt, weil Christian Santos mit einer Bauchmuskelzerrung passen musste und Marwin Studtrucker zum Aufgebot der Profis gegen
Cottbus gehörte und deshalb am Freitagabend nicht mehr spielen sollte.
Insgesamt sieht Armin Perrey seine Truppe auf einem guten Weg, auch wenn der Tabellenstand ihn natürlich noch nicht zufriedenstellt. "Aber da schauen erst einmal nicht hin - viel wichtiger ist, dass wir uns spielerisch weiter steigern, um unser Spiel demnächst auch einmal 60 oder 70 Minuten durchsetzen zu können", sagte der Coach. Schade nur, dass er womöglich in der nächsten Zeit auf seinen Kapitän und Abwehrchef Carsten Rump verzichten muss: Der Routinier schied nach einer Stunde in Wuppertal aus und muss wegen einer Wadenverletzung heute den Arzt aufsuchen.