FUSSBALL-WESTFALENLIGA: Der TuS Dornberg gewinnt verdient mit 2:0 beim VfB Fichte
Bielefeld. Sechs Punkte hat der TuS Dornberg dem VfB Fichte in der vergangenen Saison überlassen. Trotzdem wurden die "Besten im Westen" Ligafünfter mit starken 58 Zählern. Nimmt man den gestrigen 2:0-Derbyerfolg der Dornberger, um auf den Zieleinlauf zu schließen, scheint in dieser Saison mehr, wenn nicht gar Maximales möglich.
TuS-Trainer Mario Ermisch wird bei all zu optimistischen Prognosen schnell warnend den Zeigefinger heben. Mit dem Ergebnis, nicht aber mit der Spielweise seiner Schützlinge war er an seiner früheren Wirkungsstätte zufrieden. "Wir haben dieselben Fehler wie letztes Jahr gemacht und uns vom VfB Fichte aus dem Rhythmus bringen lassen", kritisierte Ermisch. Verärgert kommentierte er vom Spielfeldrand die eher untauglichen Versuche seiner Elf, die Abwehr der Gastgeber mit weit und hoch geschlagenen Bällen überlisten zu wollen. Konstantin Beckmann und Co. standen sehr kompakt in der Deckung und machten - wie ihnen von ihrem Trainer geheißen - die Räume für die spielstarken Dornberger eng, so dass es kaum Torszenen gab. So neutralisierten sich beide Teams abgesehen von einem Pfostentreffer (9.) Gökhan Gebedeks 40 Minuten lang und boten den 350 Zuschauern ein eher langweiliges Derby.
Aber kaum ließen die Dornberger ein erstes Mal ihre Qualitäten aufblitzen, lagen sie auch schon in Front. Ein schönes Zusammenspiel mit Ugur Pamuk schloss Patrick Reinsch in der 41. Minute eiskalt zur Halbzeitführung ab und sorgte damit für Erleichterung beim TuS-Anhang um Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Die jüngsten Derbyerfahrungen hatten die Dornberger bescheidener werden lassen. "Gegen den VfB Fichte müssen wir nicht schön spielen, wir müssen nur gewinnen", sagte Hans-Werner Freese zur Pause. Der TuS-Manager dürfte sein Team fünf Minuten nach Wiederbeginn auf Kurs gesehen haben.
Nachdem Ugur Pamuk (50.) das 2:0 für Dornberg erzielt hatte, hätte wohl nur noch der unerschütterliche Optimist "Crispi" Gliniars auf einen Sieg seines VfB Fichte gewettet. Doch dafür war die erstmals mit Ibrahim Cissé und Tobias Kutz, aber ohne Davor Ilic (Zweifel an der Spielberechtigung), Serdar Öksüz (Nasenbeinbruch) und Julian Hesse (Bänderdehnung) angetretene Rußheide-Elf in der Offensive zu harmlos und selbst die bisher beste Saisonleistung zu wenig. "Wir haben uns nicht schlecht verkauft, aber wenn man sich keine Chancen erspielt, dann kann man auch nicht gewinnen. Das ist halt der Qualitätsunterschied", gestand Marc Sawkill die Überlegenheit der Gäste ein.
Diese stellten im weiteren Spielverlauf immer mal wieder ihr individuelles Potenzial, das der Verband jetzt erstmals mit der Nominierung von Mario Bertram und Lennart Madroch in die Westfalenauswahl honorierte, unter Beweis. So sorgte der eingewechselte Ilhami Karabas über den rechten Flügel für Gefahr und scheiterte in einer Szene an Holger Peterhanwahr.
Am Ende blieb es beim 0:2, und die Schere zwischen den wohltuend fair agierenden Derbykontrahenten geht weiter auseinander. Null Punkte für den Tabellenletzten VfB Fichte und neun für den Ersten Dornberg. Eine Momentaufnahme, die nur die Gäste bewahren wollen.
VfB Fichte: Peterhanwahr - Gerke, Kutz, Beckmann, Schwesig - Gebedek (80. Stelberg), Scardino, M. Bobaj, Dalmis (61. Özsalih) - Cissé, Altunsaban (80. Smith)
TuS Dornberg: Schönwälder - Atasayer, Bertram, Adis Hasic, Hill - Siek - Pamuk, S. Bobaj, Block (59. Theermann), Reinsch (72. Karabas) - Williams (88. Allert).
Tore: 0:1 Reinsch (41.), 0:2 Pamuk (50.)
Gelb-Rot: M.Bobaj (85.)
Zuschauer: 350