Bielefeld. Zehn Tage vor Serienstart feilen die Handballer final an ihrer Form. Nach den Turnieren des Wochenendes holt die Redaktion eine Zwischenbilanz der höherklassig spielenden Ballwerfer ein.
Richtig am Ziel wähnt sich noch kein Team. Schildesches Stephan Neitzel etwa glaubt "rein gefühlsmäßig, nicht ganz so weit zu sein, wie zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Saison". Schildesche spielte jüngst beim Lippe-Cup und schied dort nach Niederlagen gegen Großenmarpe sowie Lage und einem klaren Sieg gegen Blomberg aus. Gegen Kreisligist Elverdissen gab es sogar eine Niederlage. "Weil wir recht eingespielt sind, haben einige vielleicht das Ganze zu leicht genommen", sagt Neitzel, der mit dem jüngsten Test gegen Brake aber zufrieden war.
Besagte Braker schlugen unter anderem den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II mit 28:27. Dabei verspielten die Jöllenbecker eine 18:12-Führung und gingen besonders am Ende zu sorglos mit dem Vorsprung um. "Es gab aber auch viele gute Aktionen", so Trainer Heiko Nossek. Brakes neuer Coach Andreas Köckeritz hat auch schon "sehr viel Positives" gesehen. Mit Tim Quisbrock kann der Trainer jetzt auch offiziell einen routinierten Neuzugang begrüßen. Zum genauen Leistungsstand meint Köckeritz aber: "Wir werden im ersten Punktspiel sehen, wo wir wirklich stehen."
Der vierte Landesligist EGB überzeugte zumindest phasenweise in den Testspielen, hat aber ebenfalls noch reichlich Luft nach oben. Zwar steht die Abwehr in der neu formierten 5:1-Variante besser als in der zuvor löchrigen 6:0-Formation. Unfallfrei und vor allem schnell nach vorne bekommt das Foede-Team die gewonnenen Bälle trotzdem nicht immer. So wechselten sich Siege (TuS 97 II, Versmold, Isselhorst) und Niederlagen (Loxten, Steinhagen, Bünde/Dünne, TuS 97) in feiner Regelmäßigkeit ab. Zudem greift Torjäger Julian Merten nach einer Schulterverletzung erst langsam wieder zum Ball.
Bezirksligist Senne bereitet sich derzeit optimal auf das Unterzahlspiel vor - allerdings nicht freiwillig. Die Senner mussten gegen Schlangen 40 Minuten und EGB II komplett mit fünf Feldspielern auflaufen. "Gegen Schlangen haben wir sogar gewonnen", sagt Coach Matthias Wieling, der berichtet: "Derzeit bin ich ein bisschen am puzzeln. Die, die da sind, sind am Limit. Aber eigentlich geht die Vorbereitung jetzt erst los."
So ähnlich formuliert es auch Udo Kompa von der HSG Schröttinghausen/Babenhausen. Fast schon traditionell hatte sein Klub während der Ferien wieder keine Hallenzeiten zur Verfügung. Entsprechend sei das Auftreten bei den Wertheraner Handballtagen gewesen. "Wir haben gegen Steinhagen mit 23 Toren Unterschied verloren, wobei man sagen muss, dass die eine super Truppe haben", erklärt Kompa. Doch auch gegen Gegner auf Augenhöhe, wie Brockhagen II, sei noch "reichlich Sand im Getriebe". Kompa meint: "Da wir den Kader erneut verjüngt haben, können wir fehlendes Training nicht durch Erfahrung wettmachen."
Etwas mehr Erfahrung hätte auch Joachim Streu beim TuS 97 III gerne. Doch der Coach baut weiter fleißig Nachwuchstalente ein. Dabei ist er allerdings vom Pech verfolgt. Mit Kevin Christen fällt ein guter Rückraummann lange aus. Er zog sich einen Mittelfußbruch zu. Im Test gegen die von Jörg Harke trainierte TG Lage unterlag der TuS mit 25:31. "Wenn wir läuferisch das abrufen, was wir können, dann hat es jede Mannschaft schwer. Aber gegen Lage fehlte die Einstellung", so Streu.
Schon in wenigen Tagen könnte diese Zwischenbilanz überholt sein. Schließlich stehen für das Wochenende erneut Saisoneröffnungen mit zahlreichen Spielen an. Höhepunkt aus Bielefelder Sicht dürfte der Test des TuS 97 gegen die TSG Altenhagen-Heepen (Samstag 16.30 Uhr in Jöllenbeck) sein. Bei den Braker Handballtagen findet wie immer ein Turnier mit großer Bielefelder Beteiligung statt (siehe Kasten).