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23.05.2011
Der letzte Punkt zum Glück
FUSSBALL-WESTFALENLIGA: TuS Dornberg steigt nach dem 2:2 gegen Paderborn in die NRW-Liga auf
VON HANS-JOACHIM KASPERS

Am Ziel | FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld. Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss. Der TuS Dornberg holte mit dem 2:2 (2:0) gegen den SC Paderborn den einen Punkt, der ihm vor dem vorletzten Spieltag zum Aufstieg in die NRW-Liga noch gefehlt hatte. Dass es dieses Zählers aufgrund des Unentschiedens zwischen Verfolger Eintracht Rheine und Preußen Münster II gar nicht mehr bedurft hätte, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Schließlich ist es viel schöner, mit einem Erfolgserlebnis aufzusteigen.


"Ein Mario Ermisch, es gibt nur einen Mario Ermisch", ließen die Spieler ihren Coach nach der Melodie von "Ein Rudi Völler" hoch leben. Anschließend ging es mit den obligatorischen Sektduschen weiter, und Thies Kambach, der bei heißem Wetter selbst immer wieder Abkühlung von außen braucht, setzte einen besonderen Akzent, indem er seinen Trainer mit zehn Litern reinsten Leitungswassers übergoß. "Ein riesengroßer Teil dieses Aufstieg geht auf das Konto von Mario", lobte Kambach, der nach dem Abpfiff "einfach nur stolz" war, "ein Teil dieser tollen Mannschaft zu sein".

Der so gelobte Coach gab das Kompliment postwendend zurück. "Hut ab vor diesem Team", meinte Ermisch. "Was die Mannschaft nach dem, was hier ab Februar so alles passiert ist, letztlich so souverän den Titel geholt hat, ist einfach nur sensationell", spielte er auf die Querelen um seinen und den Weggang von vier Spielern zum SV Rödinghausen an, die den Verein lange in helle Aufregung versetzt hatten. "An diese Dinge denke ich heute nicht, ich bin einfach nur glücklich, dass wir die Meisterschaft unter Dach und Fach haben", jubelte Kapitän Sören Siek, der den Titelgewinn als "völlig verdient" bezeichnete: "Wir haben über die gesamte Saison konstant guten Fußball gespielt und unsere Punkte immer dann geholt, wenn wir sie auch brauchten - was will man mehr?"

Auch die Vereinsführung, allen voran der 2. Vorsitzende und Hauptsponsor Hartmut Ostrowski, war "total zufrieden". Der Aufstieg sei vor allem deshalb nicht zu erwarten gewesen, weil der TuS "mit begrenzten Mitteln" in die Westfalenliga gegangen sei. Auch Manager Hans-Werner Freese strahlte über das ganze Gesicht. "Dieser Aufstieg stellt das Optimum für uns dar, denn die NRW-Liga ist für Dornberg wie die Champions League - weiter nach oben geht es nicht", meinte Freese mit Blick auf die finanziellen und infrastrukturellen Möglichkeiten des Vereins.

Gegen Paderborn legten die Dornberger bis zur Pause durch einen verwandelten Foulelfmeter von Mario Bertram (32.) und einen Kopfball von Francis Williams nach schöner Flanke von Bünyamin Atasayer (39.) eine 2:0-Führung vor, die bei konsequenter Ausnutzung aller Tormöglichkeiten noch höher hätte ausfallen können. Der Schlendrian im Abschluss rächte sich nach Wiederanpfiff, als die Paderborner innerhalb von zehn Minuten durch Stefan Parensen (51.) und Philipp Klaus (61.) zum Ausgleich kamen. Der TuS konnte nun den Schalter nicht mehr auf Offensive umlegen, sondern war bemüht, das Ergebnis zu verwalten. Als das gelungen war, konnte die Meisterfeier beginnen.


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