Bielefeld. Schauspieler Dustin Hoffmann gab in den 70er-Jahren in einem Film von Regisseur John Schlesinger den "Marathon-Mann". Für eine Neuauflage des preisgekrönten Streifens bieten sich zehn Männer an, die sich seit sage und schreibe fünf Jahren auf den Sparkassen-Marathon und den NW-Stadtlauf, der morgen ausgetragen wird, vorbereiten. Anders als Dustin Hoffmann werden Norbert Schlingmann, Klaus-Peter Kniepkamp, Dirk Heidemann, Christoph Kaleschke, Oliver Beuter, Dietmar Fromme, Jens Flachmann, Volker Ehlebracht, Hans-Jürgen Vahle und Heinz-Jürgen Schulz aber nicht sportlich aktiv. Sie bilden vielmehr das Organisationsteam.
"Natürlich gab es viele stressige Momente in dieser Zeit, aber unter dem Strich hat die Arbeit wirklich Spaß gemacht", bilanziert Christoph Kaleschke. Mit seinen Kollegen hat er so kurz vor dem Start nur noch eine Sorge: "Hauptsache, das Wetter spielt mit." Alle anderen Probleme und Problemchen sind bis Samstagmorgen, wenn um 8.30 Uhr der Marathon am Rathaus beginnt, gelöst sein. Selbst den aktuellsten Aufreger, die fehlende Wasserversorgung im Zielbereich, im Queller Waldstadion, hat das Orgateam dann behoben. "Um Tee und Elektrolyte frisch aufbereiten zu können, werden drei Behälter mit jeweils 1.000 Liter Inhalt in den Zielbereich gebracht und mit einer Feldküche verbunden", sagt Kaleschke. Anfang der Woche hatte die Ausrichter die Nachricht aufgeschreckt, dass die Hydranten im Stadion schon seit längerem abgestellt sind.
Widrige Umstände gab es in der Vergangenheit viele, seit 2006 die Entscheidung gefallen war, dass der Sparkassen-Marathon 2011 in Bielefeld ausgetragen wird. Zunächst bereiteten die Absperrungen Sorgen, dann die Streckenführung. Dagegen verlief die Organisation des Buspendelverkehrs, der Läufer-Messe und der Nudel-Party wie geschnitten Brot. Mächtig aufwändig wurde es nach der Tragödie bei der Love-Parade im Sommer 2010. "Das war eine echte Herausforderung. Plötzlich musste unser Sicherheitskonzept komplett überarbeitet werden", erinnert sich Kaleschke. Neben wahnsinnig vielen Abstimmungsgesprächen mit den verantwortlichen Ämtern galt es, festgelegte Krisenszenarien zu entschlüsseln. Kaleschke: "Früher hätten wir gesagt: ,das kriegen wir dann schon hin’, heute ist jeder Schritt genau festgelegt." So ist eindeutig geregelt, wer verständigt wird, wenn sich beispielsweise ein Fahrzeug auf die Laufstrecke verirrt, oder was zu tun ist, wenn es ein Unwetter gibt oder die Temperaturen ins Utopische steigen. Damit wären wir wieder beim Wetter. Christoph Kaleschke beobachtet in diesen Tagen sehr genau die Prognosen für Samstag, die alle ordentliche Temperaturen vorhersagen. Lediglich bei der Regenwahrscheinlichkeit schwanken die Aussichten zwischen fünf und 60 Prozent. Den Organisatoren wären null Prozent am liebsten. In diesem Punkt müssen sie sich jedoch überraschen lassen.