Bielefeld. Als das Tischtennis-Sextett der SV Brackwede Anfang September mit dem "Abenteuer Regionalliga" startete, hofften Spieler, Offizielle und Fans, möglichst schnell den angestrebten Klassenerhalt zu sichern, um sich nach und nach in dieser Spielklasse zu etablieren. Wenige Monate später hat das SVB-Aushängeschild nicht nur die eigenen Erwartungen übertroffen, auch die Liga-Konkurrenz aus Köln und Altona ist auf den spielstarken Aufsteiger aufmerksam geworden.
Dies liegt an der (fast) makellosen Bilanz der Brackweder, die auch nach 13 Spieltagen ungeschlagen und mit 23:3 Punkten dem Spitzenreiter 1 FC Köln ganz dicht auf den Fersen sind. Am Sonntag geht die Reise in die Domstadt, wo man den FC ab 14 Uhr zum Spitzenspiel des Tages herausfordern will. "Wir reisen natürlich als krasser Außenseiter nach Köln, doch wie im Hinspiel (8:8) möchten wir auch diesmal für unterhaltsamen Sport sorgen", freut sich Abteilungsleiter Thorsten List auf den sportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Unterstützt werden die heimischen Akteure von einer großen Fangemeinde, die mit Bus und zahlreichen Privatwagen die Fahrt Richtung Rhein antreten wird.
Leider haben die Brackweder eine noch bessere Ausgangsposition am vergangenen Sonntag verspielt, als sie sich in eigener Halle mit einem Unentschieden gegen Bönen zufrieden geben mussten. Dadurch würde auch ein Sieg in Köln nicht zur Tabellenführung reichen, da das Spielverhältnis über die Platzierungen entscheidet. "Die Generalprobe ist ohne Frage missglückt, doch mit einem hoffentlich gesunden Martin Hanak - litt innerhalb der Woche an Rückenproblemen - ist auch in Köln eine Überraschung möglich", gibt sich Pressesprecher Philip Kortekamp zuversichtlich.
Gespannt ist man in Brackwede auf Kölns Spitzenspieler Dimitris Papadimitriou, der bisher ohne jegliche Niederlage (17:0) durch die Serie marschiert ist. "Brett eins der Kölner ist für uns ein unbeschriebenes Blatt, wir sind gespannt wie sich Martin Hanak und Marcin Kubiak gegen Papadimitriou aus der Affäre ziehen", erwartet Kortekamp im oberen Paarkreuz echten Spitzensport.
Ansonsten sieht die SV Brackwede der sonntäglichen Partie trotz der Tabellensituation gelassen entgegen. Allerdings hoffen die Gäste, dass die Reise nicht mit einer klaren Niederlage enden wird. "Mit einem 6:9 könnte ich leben", stapelt Thorsten List tief. Insgeheim hat er bestimmt ganz andere Träume.
Einen Dämpfer im Aufstiegsrennen zur Verbandsliga erhielt zuletzt die dritte Mannschaft der SVB, die gegen den Angstgegner aus Brakel mit 3:9 den Kürzeren zog. "Diese Niederlage war so nicht zu erwarten, doch die Dritte ist durch die Umstellung von Lars Lückmann - spielt bilanzbedingt in der 2. Mannschaft - personell geschwächt worden", nimmt Philip Kortekamp die Spieler der SVB III in Schutz, die nun die entscheidenden Duelle gegen den TuS Bexterhagen (25. Februar) und beim TTC Rahden (24. März) siegreich gestalten müssen.
Mehr oder weniger "durch" ist dagegen die 5. Mannschaft, die in der Bezirksliga immer wieder von den Ausrutschern der Verfolger aus Langenberg und Avenwedde profitiert und derzeit mit einem deutlichen Vorsprung die Tabelle der Staffel II anführt.