3. HANDBALL-LIGA: TSG empfängt am Samstag VfL Gummersbach II
Bielefeld. Was für eine mentale Belastung: Jede weitere Niederlage kann bedeuten, dass die TSG Altenhagen-Heepen den Kontakt zum einzigen derzeit erreichbaren Nichtabstiegsplatz verliert. Die sportliche Misere wirkt sich natürlich auch auf die Personalentscheidungen aus. Geschäftsführer Manfred Quermann muss zweigleisig planen.
TSG acht Punkte, Hagen neun Punkte, Rheinhausen 13 Punkte. Allein diese Auflistung der Plätze 14 bis zwölf verdeutlicht die Brisanz. Verliert die TSG bei einem gleichzeitigen Erfolg der Hagener, dann klafft eine drei Punkte große Lücke zwischen der Abstiegszone und dem rettenden Ufer. Doch das Wort "Oberliga" wird in Mannschaftskreisen noch nicht in den Mund genommen.
Gegner VfL Gummersbach II hatte diese Sorgen nie wirklich, auch wenn die Bundesliga-Reserve zwischenzeitlich auf Platz zwölf rutschte. Doch dank einer kleinen Serie schob sich das Team von Trainer Maik Thiele mit jetzt 16:20 Zählern ins Mittelfeld. Der VfL schlug alle direkten Kontrahenten, wie Nordhemmern, Ahlen und Hagen. Ein Überraschungserfolg gegen Wermelskirchen leitete die 8:0 Punkte in Folge ein. Da fiel die nicht unerwartete Niederlage gegen Ferndorf am vergangenen Spieltag wenig ins Gewicht.
Einen Lauf wie die Bergischen müsste die TSG auch hinlegen, wenn sie wieder zurück ins Drittliga-Geschäft will. "Bloß nicht auf die Tabelle gucken", lautet aber vorerst das Motto. Tobias Fröbel bestätigt: "Wir müssen auf uns und, so abgedroschen das klingt, von Spiel zu Spiel gucken." Dabei findet der Kapitän, "dass die Tabelle gar nicht so schlecht aussieht, weil die Konkurrenz zuletzt nicht gepunktet hat." Die Konkurrenz besteht, wie oben beschrieben, aus Eintracht Hagen.
Fröbel: "Von den einfachen Chancen kriegen wir ja nicht so viele, aber wenn, dann müssen die auch rein." An der Siebenmeterbilanz muss auch dringend gearbeitet werden. Von den Schützen, die regelmäßig antreten, hat Christopher Kunisch mit 71 Prozent die beste Quote. Trainer Pierre Limberg erklärt zu Gummersbach: "Die wollen immer schnell nach vorne. Das können wir eigentlich nur durch eigenen Tore verhindern. Beim VfL haben alle Gardemaß. Sie spielen eine 6:0-Deckung. Die müssen wir nach rechts und links in Bewegung bringen, um dann in die Lücken zu stoßen." Das junge Team des VfL habe Qualität, mache aufgrund mangelnder Erfahrung aber auch Fehler. Sein Team, so Limberg, solle an die "guten halben Stunden" aus den Spielen gegen Minden II und Lemgo II anknüpfen. Neben dem vorrangigen Ziel, die Klasse zu halten, denkt Limberg offenbar auch über seinen Abschied als Spieler nach. Bislang habe keiner mit ihm über die nächste Saison gesprochen. "Das verstehe ich mal als Zeichen", so der Kreisläufer.