3. HANDBALL-LIGA: TSG hat vor dem Spiel in Wilhelmshaven mehrere Baustellen
Bielefeld. Arjen Haenen sei Dank. Wenn Lemgos niederländischer Linkshänder nicht wäre, sähe die sportliche Situation bei der TSG Altenhagen-Heepen ein ganzes Stück schlechter aus. Nach dem Sieg am grünen Tisch gegen den Bundesliga-Nachwuchs giert der ganze Verein nach einem sportlichen Erfolg, der neue Perspektiven im Abstiegskampf aufzeigt.
Beim Fünften Wilhelmshaven unternimmt das Limberg-Team den nächsten, vielleicht nicht ganz aussichtslosen Versuch. Immerhin sind die Norddeutschen auswärts besser als in eigener Halle, was sie unter anderem beim souveränen 36:27-Hinspielerfolg verdeutlichten. Das Gefühl, nach 60 Minuten als Sieger vom Feld zu gehen, haben die TSG-Spieler letztmals am 26. November erleben dürfen. Dazu sorgt Bielefelds Bewerbung für das Unwort des Jahres, die Reiners-Liste, nicht nur bei der TSG, sondern in der ganzen ostwestfälischen Handball-Szene für Unruhe.
Nach der Meldung, dass Pascal Welge nach Minden wechseln wird, herrscht Katerstimmung beim Viertletzten der 3. Liga. Da können die Bielefelder auf allen anderen Positionen so gut aufgestellt sein, wie sie wollen. Wenn die allergrößte Baustelle, der Platz zwischen den TSG-Posten, nicht vernünftig besetzt wird, käme auch ein Start in der Oberliga einem Abenteuer gleich.
Florian Ostendorf immerhin vermeldet, "gesprächsbereit" zu sein. Mit dem aus Ibbenbüren gekommenen Keeper war vereinbart worden, "das Ganze erstmal für ein Jahr auszuprobieren". Der Aufwand sei zwar groß. Allerdings könnte der Torwart künftig eine Fahrgemeinschaft mit dem Trainer machen. Ostendorf wie Michael Reiners wohnen in Münster. Enttäuscht ist der TSG-Schlussmann darüber, "dass ich aus der Zeitung erfahren habe, dass nicht mit mir geplant wird. Ich bin für Ehrlichkeit und Offenheit. Jetzt will ich mir anhören, wie die Planung aussieht." Die aktuellen Entwicklungen machen aber auch ihn wieder interessant. So sondiert die TSG zwar intensiv den Markt, hat aber mehrere Absagen erhalten. Der in Lemgo spielende Kevin Becker hat mit der TSG gesprochen, nun aber für weitere zwei Jahre beim Drittligisten unterschrieben.
Lemgos scheidender Top-Keeper Dominik Formella ist für die Bielefelder nicht bezahlbar. Das gilt auch für Konstantin Madert. Der 23-Jährige von GWD Minden II hat keine Vertragsverlängerung erhalten. "Nach einem guten ersten Jahr sind seine Leistungen nach seiner Verletzung zu wechselhaft", begründet Mindens Teamkoordinator Rainer Hösl die Trennung von Madert, der Zweitligaerfahrung aus Nettelstedt vorzuweisen hat, jetzt aber durch Pascal Welge ersetzt wird.
Als Nummer zwei hinter Welge ist Tristan Frerichs in seinem dann zweiten Seniorenjahr vorgesehen. Damit fällt auch dieser mögliche Kandidat weg. Markus Ernst, Mindens bei der TSG ebenfalls schon gehandelter dritter Keeper, soll Co-Trainer werden und als stille Reserve zur Verfügung stehen. Bastian Räber, Sohn von Martin Räber, ist zwar ein heißer TSG-Kandidat. Allerdings noch nicht jetzt. Räber blickt in Minden auf ein aussichtsreiches Jahr Jugend-Bundesliga. Der Ex-TSGer Sascha Grote hat fest bei Oberligist Spenge zugesagt.
Angesprochen haben die Bielefelder auch Cornelius Nolte vom TuS 97. Wie im Text rechts zu lesen ist, scheinen die Jöllenbecker derzeit einer der wenigen Klubs in OWL, die für alle Senioren-Teams mehr als genug Torhüter haben.