HANDBALL: Aufsteiger TuS Spenge II erreicht die bei einem Mannschaftsabend entwickelten Ziele
Spenge. In Jan Rüters Arbeitszimmer hängt ein Plakat. "Aufstieg" steht dort drauf geschrieben, aber auch "Spaß, Zusammenhalt" oder "eigene Fähigkeiten verbessern". Immer, wenn der Spielertrainer des Handball-Landesligisten TuS Spenge II an seinem Schreibtisch sitzt, hat er die Schlagworte vor Augen.
"Die Spieler und ich haben diese Ziele gemeinsam formuliert, als wir uns vor der Serie bei Co-Trainer Maik Lissel in Werther zu einem Mannschaftsabend getroffen haben", sagt Rüter. Es waren keine leeren Worte, die die Akteure einst im August formuliert haben. Seit dem vergangenen Samstag steht die Regionalliga-Reserve nach dem 28:16-Erfolg gegen DJK Sparta Münster und der gleichzeitigen Niederlage von Verfolger HSG EGB Bielefeld als Meister der Landesliga, Staffel 2, und Aufsteiger in die Verbandsliga fest. Teil eins des Spenger Masterplans ist damit erfüllt. Teil zwei, der Klassenerhalt der Regionalligasieben, muss allerdings noch folgen.
Rüter, langjähriger Zweitliga- Spieler in der Spenger "Ersten", landete damit gleich in seinem ersten (Spieler-) Trainerjahr einen großen Erfolg. Verbale Lorbeeren gibt er aber an seinen Vorgänger weiter. "Dieser Erfolg ist über Jahre gewachsen und trägt Heiko Holtmanns Handschrift. Wir haben die grundsätzliche Linie, die er vorgeben hat, beibehalten." Holtmann, mittlerweile Coach der Spenger Regionalligasieben, spielte, immer wenn es die Zeit erlaubt, weiter in der Landesligamannschaft, nahm neben Akteuren wie David Friedhof und Jens Nickolaus die Rolle des Routiniers ein, der in kritischen Phasen das Spiel lenkte und die jungen Nebenleute an die Hand nahm. Immerhin fiel mit dem Spielertrainer selbst in den letzten Partien ein Eckpfeiler auf dem Parkett weg, da er sich in der Regionalligamannschaft festgespielt hat.
Überhaupt ist die Durchlässigkeit zwischen 1. und 2. Mannschaft eines der Erfolgsrezepte. Rüter, Dennis Czauderna und Lennart Pamp gehörten bereits zum Kader der 1. Mannschaft, andererseits entwickelte sich Benjamin Pelzer, der den Durchbruch bei der "Ersten" nach diversen Verletzungen nicht mehr schaffte, zur festen Größe in der Reserve. Insgesamt ging die Sieben souverän durch die Serie, auch wenn es gleich am zweiten Spieltag durch das Unentschieden gegen Mitfavorit TSV Ladbergen einen ersten kleinen Rückschlag gab. "Da haben wir schlecht gespielt, was aber für unsere Mannschaft eine Lehre war. Insgesamt habe ich schon mit ein bisschen mehr Widerstand der Konkurrenz gerechnet", sagt Jan Rüter. Auch die beiden Niederlagen gegen die Mittelfeldteams SC Nordwalde und TG Hörste fand Rüter für die Entwicklung der jungen Spieler eher förderlich. "Die Jungs haben alle super mitgezogen. Aber sie haben gemerkt, dass sie mit der Einstellung ,spielen wir mal ein bisschen Handball’ nichts erreichen werden.
Die Spiele gegen Nordwalde und Hörste haben sie einfach zu locker genommen." Die Verbandsliga sei nun ein "deutlicher Sprung" für sein Team. "Auch körperlich wird die Mannschaft ganz anders gefordert. Sie wird mit wesentlich mehr Gegenwehr zu rechnen haben", sagt der Gymnasial-Lehrer voraus. Dass es (wahrscheinlich) mehr Niederlagen geben wird als in der Landesliga schreckt ihn nicht. "Die gehören zum Sport dazu, das weiß jeder einzelne Spieler. Da müssen wir halt einmal mehr aufstehen als hinfallen" ,sagt Jan Rüter.