Bünde (fei). Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft heute Abend gegen Spanien die nächste Runde des Projekts "Titelgewinn" einläutet, schaut ein gebürtiger Bünder ganz genau hin. Noch vor vier Jahren stand David Odonkor selbst im WM-Kader des DFB und kam auch bei der Niederlage im Halbfinalspiel - damals gegen Italien - zum Einsatz.
Gerne denkt Odonkor an das Sommermärchen zurück, an dem er selber aktiv mitwirken durfte. "Jetzt bei der WM kommen natürlich viele schöne Erinnerungen hoch", sagt der Flügelspieler, der derzeit beim spanischen Zweitligisten Betis Sevilla unter Vertrag steht. Gerade deshalb wünscht er dem Team von Jogi Löw in diesem Jahr mehr Glück, als ihm und seiner Mannschaft 2006 beschienen war.
0:2 nach Verlängerung hieß es damals gegen die Squadra Azzura, Deutschland verpasste den Einzug ins Finale und musste sich mit dem Spiel um Platz drei zufrieden geben.
Odonkor selbst ist in diesem Jahr nicht in Südafrika dabei. Ein Knorpelschaden im rechten Knie mit anschließender Operation warf den Flügelspieler Anfang des Jahres zurück und machte eine Teilnahme an der WM unmöglich. "Das Turnier verfolge ich dieses Mal vor dem Fernseher", so Odonkor.
Trotz des verletzungsbedingten Rückschlages feierte der pfeilschnelle Fußballer bereits sein Comeback in der spanischen Liga. In den letzten drei Saisonspielen wurde er jeweils eingewechselt, verfehlte aber trotz zweier erzielter Tore den Aufstieg seines Klubs in die Primera Divisón.
Dass er nach seiner Knie-Operation überhaupt so schnell wieder auf dem Platz stand, verdankt der gebürtige Bünder nach eigenen Worten seinem Herforder Reha-Trainer Olaf Schüler, den er seit einem Jahr aufsucht: "Es gibt viele Physiotherapeuten, aber den Richtigen zu finden ist schwierig".
Er selbst habe einen der Besten ausfindig machen können und ist voll des Lobes für Schüler. "Er hat die Qualität und ich würde ihn jederzeit weiter empfehlen", so Odonkor.
Schüler selbst bescheinigt seinem prominenten Patienten indes einen guten Fitness-Zustand. "David ist mit dem Kopf dabei, verkraftet alles und ist top-fit", so der Reha-Trainer, "in diesem Zustand bringt er Spitzen-Leistungen".