FUSSBALL-BEZIRKSLIGA: Berg- und Talfahrt endet für den Neuling FC RW Kirchlengern auf Rang sechs
Kirchlengern. Die in der letzten Saison durch Berg- und Talfahrten geprägte Fieberkurve des Aufsteigers FC Rot-Weiß Kirchlengern erinnert an das Streckenprofil einer schweren Pyrenäen-Etappe der Tour de France. Letztlich aber wussten die Kicker des scheidenden Erfolgstrainers Frank Ihde mit Rang sechs zu überzeugen.
Daher fällt das Fazit der Sportlichen Leitung auch überwiegend positiv aus: "Insgesamt sind wir mit unserer ersten Bezirksliga-Saison sehr zufrieden, obwohl unter dem Strich sicherlich hätte mehr herausspringen können. Zum Schluss war dann etwas die Luft raus", verweist Andreas Laduch auf eine zwischenzeitliche Durststrecke von neun sieglosen Spielen am Stück sowie auf fünf aufeinander folgende Heimpleiten im letzten Saisonabschnitt. "Die Spiele gegen Mennighüffen, Tengern II und Bad Oeynhausen II hätten wir normalerweise gewinnen müssen."
Das Manko mit der Heimschwäche führt Laduch auch auf die nach dem Jahreswechsel erforderliche Zwangsumsiedelung auf den Sportplatz "In der Mark" zurück: "Dort geht uns die Nähe zu den Fans verloren. Unser zu Hause ist der Sportplatz an der Else. Dort sind alle etwas näher am Geschehen."
Für Furore sorgte der Aufsteiger zu Saisonbeginn, als er auf die 1:3-Auftaktpleite gegen den Bünder SV fünf Siege folgen ließ und damit auf Rang eins stürmte. Nach der bereits angesprochenen Talfahrt blieb RWK vom 18. Oktober bis 25. April in zwölf Punktspielen am Stück ungeschlagen, ehe das 0:2 gegen den späteren Bezirksliga-Meister VfL Herford den Höhenflug beendete. Die drittbeste Auswärtsmannschaft der Bezirksliga konnte sich bei ihren Gastspielen stets eines stattlichen rot-weißen Anhangs gewiss sein.
In Kirchlengern will man sich aber nun keinesfalls auf den geernteten Lorbeeren ausruhen. In puncto Planung für die neue Spielzeit hat der Klub bereits frühzeitig seine Hausaufgaben erledigt. Laduch ist davon überzeugt, mit Michael Bühlmann als Ihde-Nachfolger "die richtige Wahl" getroffen zu haben, wobei dem gesundheits- und berufsbedingt ausscheidenden Übungsleiter ein gutes Zeugnis ausgestellt wird. "Wir hätten mit Frank Ihde gerne weitergearbeitet."
Zudem sieht Laduch die sechs Abgänge im Kader durch die selbige Anzahl an Neuerwerbungen mehr als kompensiert. "Von den Abgängen zählten nur Benjamin Mey und Nico Mallachewitz zu den ersten Elf. Dafür haben wir uns jetzt in der Breite verstärkt." So gelten die vom Ligarivalen TSV Schötmar kommenden Brüder Ertan und Ferrah Colak als Hochkaräter. Der aus der eigenen Jugendspielgemeinschaft stammende Christian Garbisch wurde bei seinem einjährigen Engagement beim Mitaufsteiger FC Bad Oeynhausen II zur festen Größe. "An ihm werden wir bestimmt noch viel Freude haben", verspricht sich Andreas Laduch vom Heimkehrer.
Garbischs letztjähriger Mannschaftskamerad Rassan Nahmet wechselt ebenfalls von der Werre an die Else. Als Rohdiamant gilt der von RW Rehme erworbene A-Jugendspieler Gianfranco Vodala. Zuvor durchlief der mit argentinischen Wurzeln versehene 18-jährige Linksfuß bereits die Nachwuchsabteilung des Bundesligisten Hannover 96. Der sechste Zugang ist Marcel Trampe vom benachbarten Absteiger VfL Mennighüffen.
Nicht zuletzt auch wegen dieser Personalien sowie der Rückkehr auf den angestammten Elsesportplatz lautet beim FC RW Kirchlengern die künftige Devise, sich um einen Platz zu verbessern. Bezüglich des von vielen Experten als erneuten Meisterschaftsfavoriten gehandelten Aufsteigers und Kreisrivalen SV Rödinghausen hat Laduch seine eigene Theorie entwickelt: "Rödinghausen startet mit dem Handicap von sechs Minuspunkten in die Saison, da sie gegen uns zweimal verlieren werden." Hiermit verweist der Sportliche Leiter auf die letzten sieben ungeschlagenen Vergleiche aus gemeinsamen A-Kreisliga-Zeiten, in denen Kirchlengern fünf Siege und zwei Unentschieden einsackte. "Mir wäre zum Saisonauftakt ein Auswärtsspiel in Rödinghausen sehr recht. Dort gewinnen wir dann 3:1!"