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02.09.2010
Es bleibt nur Kopfschütteln
KREISLIGA A: Kuriose Hunnebrocker Schlappe / Auch Stift Quernheim enttäuscht
VON ULRICH FINKEMEYER UND GERRIT FROBÖSE

Am Ende nur noch hinterher gelaufen | FOTO: EVA LOTTE HEINE

Kreis Herford. (fin) Über drei Viertel der Spielzeit rannte Fußball-A-Kreisligist BV Stift Quernheim im heimischen Friedenstal bis auf eine Ausnahme erfolglos gegen SG Schweichelns Abwehr beziehungsweise Tor an, vor allem als die Gäste im Stil von Minimalisten gleich nach Wiederanpfiff die 2:1-Führung herausgekontert hatte. Doch es blieb bis zum Ende bei diesem Resultat.

Nach dem zweiten Tor der SGS hatte das gastgebende Team von Trainer Michael Albrecht immerhin noch 40 Minuten Zeit, wenigstens einen Punkt zu retten. Selbst das beste Powerplay brachte den Stift Quernheimern aber nichts ein, auch dann nicht, als in der Schlussminute Verteidiger Manuel Vette an der rechten Strafraumgrenze vor dem Schweichelner Tor auftauchte und abzog. Wieder war es nichts mit der Punktrettung. Der Ball flog fast parallel zum Tor weit ins Seitenaus.

Das war symptomatisch für das Angriffsbemühen des jungen Albrecht-Teams, das von blindem Anrennen, einen Schritt zu spät kommen und auch Unvermögen geprägt war. BV-Trainer Albrecht konnte sich nur immer wieder die regennassen Haare raufen. "So kannst du kein Spiel gewinnen, wenn du nur blind anrennst und zudem zu viel diskutierst".

Da war Schweichelns engagierte Trainer Branco Trailovic verständlicherweise besser drauf. Er sprach im Nachhinein von schönem Konterfußball seiner Elf und von dem Glück, das sie hier und da hatte. "Ich bin sehr stolz auf die kämpferische Leistung meines Teams. Das war hier und heute für einen Aufsteiger ein gutes Spiel. Spielerisch war Stift Quernheim besser, aber wir hatten die klaren Chancen. Bei Kontern sind wir unheimlich stark. Wir sind auf einem sehr guten Weg", so der SG-Trainer.

Ein begeisterndes Spiel mit insgesamt neun Toren und einem am Ende überraschendem Ergebnis gab es beim TV Herford zu bestaunen. In der Partie gegen den TuS Hunnebrock drehte die Elf von Trainer Aykut Aydinel einen 1:4-Rückstand noch in einen 5:4-Erfolg und sorgte damit für den Paukenschlag des Spieltags.

Als Levent Cürt in der dritten Minute der Nachspielzeit das 5:4 schoss, waren Spieler, Betreuer und Anhänger des TVH nicht mehr zu halten. In einer denkwürdigen Partie zeigte der TVH Kampfesgeist und -willen und brachte die Gäste aus Hunnebrock so noch um den sicher geglaubten Sieg. "Ich habe bis zum Schluss dran geglaubt und meine Mannschaft auch. Entscheidend war, dass die Einwechslungen alle gefruchtet haben. Ich bin unheimlich stolz über den Sieg", so TVH-Coach Aykut Aydinel nach dem Schlusspfiff.

Noch vor der Partie hatte sich Aydinel mit Hunnebrocks Trainer Stefan Bekemeier getroffen, um die Brisanz aus der Partie zu nehmen. Im letzten Jahr waren die Emotionen bei dem Aufeinandertreffen in Hunnebrock übergekocht. "Wir haben uns extra unter der Woche getroffen und ich habe ihm versichert, dass wir ein ruhiges Fußballspiel erleben wollen. Provokationen auf dem Platz oder auch von außen haben beim TVH nichts verloren. Wir wollen unsere Antworten auf dem Platz zeigen und das ist uns gelungen", so Aydinel.

Trotz des tollen Saisonstarts mit nun sieben Zählern aus drei Partien sind die Verantwortlichen beim TV Herford bescheiden. Aydinel: "In der Kategorie, in der wir aktuell stehen, sehe ich uns nicht. Da gehören andere hin." Auf der anderen Seite war TuS-Trainer Stefan Bekemeier verständlicherweise bedient. "Vier Gegentore in 14 Minuten habe ich noch nicht erlebt. Aber wir haben in der Schlussphase völlig den Überblick verloren und in keiner Weise mehr gegengehalten."


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