Herford (dik). Das 0:6 gegen den amtierenden Deutschen Pokalsieger FCR Duisburg war bereits am Donnerstag abgehakt. 24 Stunden nach der Pokalniederlage galt beim Herforder SV Borussia Friedenstal die ganze Konzentration dem Punktspiel am Sonntag 14 Uhr gegen den Deutschen Meister 1. FFC Turbine Potsdam.
Der Spielplan meint es mit dem ostwestfälischen Klassenneuling wirklich nicht gut, denn nach vier Pflichtspielniederlagen in Folge gegen stark einzuschätzende Gegner kommt jetzt nicht nur der amtierende Deutsche Meister und Champions-Leaguer-Sieger, nicht nur der Tabellenführer, sondern auch der Titelanwärter Nummer eins nach Herford. Dass ausgerechnet gegen diese Über-Mannschaft der erste Punktgewinn der Saison gelingt, ist hochgradig unwahrscheinlich - aber die Spiele gegen die Teams auf Augenhöhe folgen ja allesamt noch.
"Niemand sollte nur auf unsere Ergebnisse schauen", sagt HSV-Trainerin Tanja Schulte, "die Presseberichte zeigen ja aucg, dass wir gar nicht schlecht gespielt haben." Und körperlich, da ist sie sich sicher, ist ihre Mannschaft in hervorragender Verfassung. Abzuwarten bleibt, um das reicht, um den Brandenburgerinnen, die ihre ersten drei Meisterschaftsspiele gegen den Hamburger SV (4:1), bei Bayern München (3:0) und vor Wochenfrist gegen den 1. FFC Frankfurt (2:1) allesamt gewannen, Paroli zu bieten. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem das Spitzenspiel des vergangenen Sonntags, als Potsdam nach einer roten Karte gegen Tabea Kemme (die entsprechend für die sonntägliche Partie in Herford gesperrt ist) und einem 0:1-Rückstand die Partie noch drehte und seine "weiße Weste" verteidigte.
Tanja Schulte erwartet einen sehr offensiv eingestellten Gegner. "Potsdam ist die einzige Mannschaft der Liga, die mit einem 3-4-3-System spielt", weiß sie. Dass Tabea Klemme nun aus der Dreier-Abwehrkette heraus fällt, hält sie nicht für entscheidend, der Kader des Spitzenreiters ist groß genug, um sie zu ersetzen. Aber: "Potsdam ist schon eher in der Defensive anfällig", glaubt Schulte zu wissen und sieht zugleich die Haupt-Aufgabe ihrer Mannschaft darin, den Spielfluss der Brandenburgerinnen zu bremsen. Und da heißt es vor allem, Mittelfeldmotor Lira Bajramaj zu bekämpfen. "Über 90 Minuten ist sie nicht aus dem Spiel zu nehmen", weiß Schulte, die sich aber auch sicher ist, dass Potsdams Top-Stürmerin Anja Mittag ohne Bajramajs Vorarbeit nur die Hälfte wert ist.
Bei Herford sieht es in personeller Hinsicht glänzend aus, alle Spielerinnen des Kaders stehen zur Verfügung. Sicher ist aber bislang nur eine Veränderung: Tessa Rinkes wird wieder den Platz zwischen den Pfosten einnehmen - auch wenn Sonja Speckmann am Mittwoch eine starke Leistung zeigte. Ansonsten sind kaum Veränderungen im Herforder Team zu erwarten.






