Kreis Herford (ha/mab/tbv). Zwei Siege und zwei Unentschieden verbuchten die am Wochenende ungeschlagenen vier Fußball-Bezirksligisten aus dem Bünder Land. Entgegen der meteorologischen Gegebenheiten herrschte deshalb aus sportlicher Sicht jedoch nicht überall fröhlicher Sonnenschein.
Resignierte Spieler am Boden, ein konsterniert wirkender Michael Bühlmann auf dem Else-Sportplatz: Der seit dieser Saison von ihm trainierte FC Rot-Weiß Kirchlengern blieb auch im vierten Punktspiel unter seiner Regie sieglos. Nach der deftigen 0:5-Auftaktpleite beim SV Rödinghausen folgte nun mit dem 2:2 gegen den Tabellendritten SV Kutenhausen/Todtenhausen das dritte Remis am Stück.
Dabei präsentierte sich Bühlmanns Elf wie schon beim gleichlautenden Resultat gegen den SC Vlotho erneut in Halbzeit eins sowie auch in den Anfangsminuten nach dem Seitenwechsel überlegen. Die 2:0-Pausenführung durch Ferrah Colaks Doppelpack war die logische Konsequenz.
Danach erwiesen sich jedoch - unter gütiger eigener Mithilfe - die SVKT-Torschützen Philipp Kleine und Sebastian Stark innerhalb von zwei Minuten als Spielverderber und quittierten die zuvor fahrlässig ausgelassenen Einschussgelegenheiten. Während der erste Gegentreffer durch eine schlecht postierte Freistoß-Mauer begünstigt wurde, herrschte beim Ausgleich abermals Unordnung in der RWK-Hintermannschaft. Danach besaßen beide Teams nochmals die Chance zum Sieg.
"Wir dominieren eine Halbzeit lang das Spiel und hätten höher führen müssen. Dann gab es wieder zehn bis 15 Minuten, in denen nichts passte. Zum Ende haben wir uns dann wieder etwas erholt. Aber es reichte halt nicht mehr", entdeckte Bühlmann Parallelen zum Vlotho-Spiel und monierte, "zu häufig mit langen Bällen" operiert zu haben.
Die Verunsicherung führt der Coach auch auf die bislang stets unterschiedliche Abwehrformation zurück, was aus diversen Verhinderungsgründen nicht vermeidbar gewesen sei. Derzeit reicht beim FC Rot-Weiß Kirchlengern bereits ein Gegentor aus, um ein überlegen geführtes Match zum Kippen zu bringen, weshalb Bühlmann den ersten Saisonsieg als Befreiungsschlag-Effekt herbei sehnt. Auch Doppeltorschütze Colak ("das kann doch alles nicht wahr sein") war über den ausbleibenden "Dreier" zu enttäuscht, als das er sich über seine Saisontore zwei und drei freuen konnte.In punkto Chancenverwertung hatte auch der SV Rödinghausen nicht seinen besten Tag erwischt. Ansonsten beeindruckte das Team von Trainer Karl Friedrich Wessel aber erneut mit einem starken Auftritt. So reichten zwei Treffer, um gegen den SC Vlotho knapp, aber hoch verdient, mit 2:1 zu gewinnen. "Es war ein schönes Spiel, in dem auch die Vlothoer gezeigt haben, dass sie eine starke Mannschaft haben. Wir müssen in solchen Partien einfach immer einen erheblich größeren Aufwand betreiben als der Gegner, der doch zunächst immer abwartend agiert. Am Anfang haben wir bei einigen Vlothoer Kontersituationen nicht richtig zugestellt.
Das hat aber im zweiten Durchgang besser geklappt", hatte auch Wessel aus dem Spiel heraus keine Torchance der Gäste im zweiten Durchgang mehr gesehen. Ein Lob bekam daher die Defensivabteilung. Hier hatte Wessel kurzfristig umstellen müssen, nachdem Arne Knigge wegen akuten Rückenproblemen nicht auflaufen konnte.
Zudem hatte sich noch Martin Neumann im Abschlusstraining verletzt (Wessel: "Ich vermute einen Muskelfaserriss") und zu allem Überfluss musste Tom Westerwalbesloh kurz vor Ende der ersten Hälfte wegen einer Zerrung vom Feld. Wessel: "Aber gerade auch die jungen Leute wie Collja Castillo oder auch Sebastian Müller haben ihre Sache sehr ordentlich gemacht. Auch mit den jungen Leuten sind wir auf einem guten Weg."
Eine Woche nach der unglücklichen Niederlage in Vlotho zeigte sich der VfL Holsen beim 4:0-Sieg über Aufsteiger TuS Lohe stark verbessert. Das Team von Trainer Uwe Eberhardt wusste über weite Strecken des Spiels spielerisch, kämpferisch, aber vor allem taktisch zu überzeugen. "Wir haben zum ersten Mal in dieser Saison auf ein 4-4-2 System umgestellt und das hat auf Anhieb vorne wie hinten super funktioniert. Hut ab vor der Leistung meiner Mannschafte und der Entwicklung, die sie seit Beginn der Saisonvorbereitung gemacht hat", war Eberhardt mit dem Großteil des Spiels mehr als zufrieden.
Einzig mit der nachlassenden Konzentration gegen harmlose Gäste nach einer Stunde, als das Spiel längst entschieden war, war der Trainer nicht einverstanden: "Wir hätten Lohe heute noch deutlicher vom Platz schießen können. Aber noch schaffen wir es nicht, über 90 Minuten eine konstant gute Leistung zu bringen." Mit nunmehr sieben Punkten aus vier Spielen ist der Start in die Saison durchaus als positiv zu bezeichnen, zumal man mit dem SV Rödinghausen und dem SC Vlotho bereits zwei dicke Brocken gespielt hat. Schaffen es die Holser, die Leistungen gegen den SVR und den TuS Lohe in den nächsten Wochen zu bestätigen, werden sie sich frühzeitig in oberen Tabellenregionen festsetzen können.
Das ist bislang auch dem Bünder SV gut gelungen. Mit acht Punkten und noch ungeschlagen steht das Team von Uwe Götze hinter Rödinghausen auf Rang zwei in der Tabelle. Das Glas war für Götze nach dem 2:2 beim FC Altenhagen dennoch eher halbleer als halbvoll. Vor allem dass es sein Team versäumt hatte, im ersten Durchgang die 1:0-Führung weiter auszubauen, wurmte den Coach.
Fällt das 2:0, gewinnen wir das Spiel", meinte er auch mit Blick auf René Buddes Kopfball an den Innenpfosten kurz vor der Pause.
Immerhin bewies der BSV aber intakte Moral, als er später in Unterzahl und bei 1:2-Rückstand noch zum 2:2-Ausgleich durch David Grohmann kam. Die kurz zuvor gegen Budde wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit gegebene rote Karte wollte Götze nicht weiter kommentieren, da er die Aktion nicht genau gesehen hatte. "Der Ball war schon nicht mehr in der Nähe. René hat mir aber gesagt, dass da nichts gewesen ist", stellte er sich vor seinen Spieler.