EISHOCKEY-OBERLIGA: Ex-Herforder Reiss will mit Kassel in die 2. Liga aufsteigen
Herford. "Herford war für mich das Sprungbrett. Ich habe nun eine neue Chance bekommen und will mich beweisen", sagt Daniel Reiss, Abwehrspieler des Eishockey-Oberligisten Herforder EV. Kurz vor dem Jahresende wechselt der Verteidiger wie berichtet zum Herforder Klassenrivalen den Kassel Huskies.
Dort unterschrieb er, weil Kassel, einer der Anwärter für den Aufstieg in die 2. Bundesliga, ihm eine Chance gibt, sich neu zu beweisen. "Ich hatte Pech in meiner Karriere, aber das Angebot von Kassel konnte ich nicht ausschlagen", freut sich Reiss, der jetzt von Hannover nach Kassel zieht.
"Manchmal kommen im Leben Chancen, die man einfach nutzen muss", sagt Lars Husemann, Pressesprecher des Herforder EV, der Verständnis für Reiss’ Entscheidung hat, den Verein zu wechseln. "Es war von vornherein klar, dass die Ice Dragons für ihn nur eine Durchgangsstation sein würden, um noch einmal auf sich aufmerksam zu machen", so Husemann.
Dirk Marchel, Sportlicher Leiter des HEV, ist zunächst einmal froh, "dass Daniel bei uns war. Er hat uns weitergeholfen und den jungen Spielern viel mitgegeben." Marchel weiß aber auch: "Solch einen Verteidiger finden wir so schnell nicht wieder, Daniel ist nicht zu ersetzten."
Wenn Daniel Reiss von Herford spricht, nimmt ihm der Gesprächspartner ab, dass er sich beim HEV sehr wohl gefühlt hat. Nicht nur auf dem Eis, auf dem er in 16 Spielen 13 Tore und 13 Assists verbuchte, sondern auch neben dem Spielfeld. Nach dem letzten Heimspiel verabschiedete er sich erst auf dem Eis von den Fans und drehte zahlreiche Ehrenrunden. Immer wieder sangen die Fans für ihn und jubelten ihm zu. Auch später hinter der Bande gab es noch lange Gespräche zwischen dem scheidenden Kapitän und den Anhängern.
"Ich verdanke den Herfordern ganz viel. Die haben mich zu Beginn der Saison so genommen, wie ich bin und haben mir Vertrauen geschenkt, jetzt nutze ich das Sprungbrett", sagt Reiss und ergänzt: "Ich durfte hier eine Führungsrolle übernehmen, viel spielen und zeigen, was ich kann. Ich glaube, ich habe den Verein nicht nur auf dem Eis, sondern auch hinter den Kulissen weitergebracht." Mit den Kassel Huskies will er nun den Aufstieg in die 2. Liga anpeilen und sich dort etablieren.
"Das ist mein Ziel." Wenn es mit den Formalitäten klappt, trägt Reiss bereits am Freitag, 30. Dezember, das Kasseler Trikot, wenn die Huskies gegen die Füchse Duisburg spielen. Zeitgleich trifft der HEV auf Krefeld.