Kirchlengern (fei/SEK). Rüdiger Meier legte sich fest: "Im Lauf der Saison wird von beiden Mannschaften noch mehr kommen", prophezeite das Kirchlengerns Bürgermeister nach dem Derby in der Fußball-Bezirksliga zwischen dem BV Stift Quernheim und RW Kirchlengern. Anlass für seine Prognose waren die vorangegangenen 90 Minuten, in denen die Nachbarn bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke über ein kräftezehrendes 1:1 (1:0)-Remis nicht hinausgekommen waren.
Meier war nicht der Einzige, der noch Steigerungspotenzial bei den Akteuren erkannte. Auch Peter Rottmann hatte sich mehr als einen Punkt erhofft. "Uns war klar, dass es ein schweres Spiel wird, aber ich bin trotzdem ein bisschen enttäuscht", gab der RWK-Coach offen zu. "Wir waren über weite Strecken das bessere Team, hatten die Spielanteile und die Spielanlage auf unsere Seite." Stift Quernheim hingegen, so Rottmanns Analyse, habe fast ausschließlich mit langen Bällen agiert und spielerische Akzente vermissen lassen. Dass es dennoch nur zu einer Punkteteilung reichte, lag an der mangelnden Durchschlagskraft seiner Sturmreihe. Zwar mühten sich die RWK-Angreifer redlich, wirkliche Torgefahr strahlten sie jedoch nicht aus. Mehr als ein paar Distanzschüsse von Wladimir Wingert, der kurzfristig für den auf der Bank schmorenden Torjäger Kai Krüger in die Startformation gerutscht war, sprangen jedenfalls nicht heraus.
Fast schon zwangsläufig konnten die Gastgeber aus Stift Quernheim nach 40 Minuten einen ihrer gefährlichen Konter erfolgreich abschließen, als Daniel Kreimer aus 18 Metern unhaltbar zum verdienten 1:0 für den Aufsteiger traf. "Wenn man bei dieser Hitze auch noch einem Rückstand hinterher laufen muss, kostet das jede Menge Kraft", bedauerte Rottmann, "diese Situation wollten wir eigentlich vermeiden".
Sein Gegenüber Michael Albrecht sah das naturgemäß anders. "Ich bin sehr zufrieden", sagte der BV-Trainer, der nach 52 Minuten ebenfalls auf seinen besten Torschützen der letzten Saison verzichten musste. "Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Sebastian Kropp haben uns vorne ein bisschen die Anspielstationen gefehlt, dennoch hatten wir die klareren Chancen." Die Taktik, den Gegner bei hochsommerlichen Temperaturen die Laufarbeit erledigen zu lassen und auf Konter zu lauern, ging am Ende aber nur bedingt auf. In der Schlussviertelstunde erhöhte Kirchlengern den Druck und belohnte sich nach 75 Minuten mit dem Ausgleich durch Christian Trampe. "Der Ausgleich war unglücklich", stellte Albrecht fest.
Dass man als Liga-Neuling gegen einen Aufstiegsaspiranten gut mithalten konnte, gebe Hoffnung für künftige Aufgaben, so Albrecht. Und auch Peter Rottmann konnte mit dem Ergebnis am Ende leben: "Wenn wir jetzt unser Heimspiel gegen Hausberge gewinnen, ist alles gut".
Als einziger heimischer Bezirksligist freute sich der SV Rödinghausen II über drei Punkte. Einzig das heiße Wetter machte das Trainer-Debüt von Sebastian Block spannend: "Zwischenzeitlich haben wir das Tempo ’raus genommen, um Kräfte zu sparen. Dabei kamen uns die Trinkpausen natürlich auch zu Gute", so Block. Vor allem das Kurzpasspiel klappte laut dem neuen Spielertrainer ganz gut. "Wir hätten vielleicht eher das zweite Tor machen können, aber ansonsten sah das alles schon sehr gut aus. Außerdem war ich froh, mein erstes Spiel als Trainer von draußen beobachten zu können, den es gab einiges, was zu regeln war." Besonders mit der Leistung von Nico Schneck auf der Sechser-Postion, der in der "Zweiten" Spielpraxis sammeln sollte, war der Coach zufrieden.