Kreis Gütersloh. Der abstiegsgefährdete Oberligist TV Verl tritt am Samstag beim Tabellennachbarn TuS Brockhagen an. Verbandsliga-Spitzenreiter HSG Gütersloh fährt mit einem Punkt Vorsprung zu seinem Verfolger HSG Hüllhorst. So brisant diese Partien auch seien mögen, in einem Punkt sind sich die Trainer Jens Freier und Hagen Hessenkämper einig: "Die Entscheidung über Wohl und Wehe in dieser Saison fällt erst in den sechs Endspielen danach."
Hagen Hessenkämper genoss am Sonntag das ungefährdete 28:19 seiner in allen Belangen überlegenen HSG gegen Schlusslicht Eintracht Heessen. Der Gütersloher Trainer wusste schließlich, dass es für ihn in dieser Saison kein gemütliches Spiel mehr gibt: "Denn eins ist doch wohl klar, auch wenn wir in Hüllhorst gewinnen sollten, sind wir doch noch lange nicht durch. Jedes der sechs Spiele, das dann noch kommt, hat es für uns in sich."
Gleichwohl freute sich Hessenkämper diebisch über den 34:38-Ausrutscher des Konkurrenten bei der Ahlener SG II nach stolzen dreizehn Siegen in Folge. "Denn der Umkehrschluss gilt natürlich ebenfalls. Bei einer Niederlage wäre für uns auch nicht alles vorbei."
Der Hüllhorster Coach Hartmut Rittersberger nahm den überraschenden Fehltritt äußerlich gelassen: "Irgendwann waren wir einfach mal reif." Gedanken machte er sich über die Ursachen, denn ausgerechnet die mit 470 Gegentoren beste Abwehr der Liga (HSG: 546) bekam kein Bein an die Erde. Ob sich der mit 663 Toren beste Angriff (Hüllhorst: 540) am Samstag durchsetzen kann, hängt für Hessenkämper ganz wesentlich davon ab, ob der Halblinke Benjamin Zöllner (Rippenprellung) rechtzeitig fit ist. "Denn in so einem Spiel im Rückraum nicht wechseln zu können, wäre bitter."
Normalerweise hätten die Verler Handballer aus ihrem 28:29 gegen Spitzenreiter HSE Hamm viel Mut für den Schlussspurt im Oberliga-Abstiegskampf saugen können. "Aber ich bin mit dem Punkt überhaupt nicht zufrieden", ärgerte sich Trainer Jens Freier über die verschenkte 26:23-Führung. "Da hat es uns einfach an Disziplin gefehlt und gegen die offene Hammer Deckung wollte in der Schlussphase auch keiner Verantwortung übernehmen."
Maik Hahn bezeichnete dagegen den 27:26-Erfolg des TuS Brockhagen bei Eintracht Oberlübbe durch ein Siebenmetertor von Christian Kalms in der Schlusssekunde als "Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt". Tatsächlich hat der Tabellenzehnte mit 14:24 Punkten jetzt zwei Zähler Vorsprung auf den TV Verl und den TuS 97.
Die Bielefelder sind wegen des schlechteren direkten Vergleichs hinter den TV Verl auf Abstiegsplatz zwölf zurückgefallen. Entsprechend groß war ihr Ärger nach der 29:30-Niederlage gegen den Titelkandidaten Gladbeck. Zielscheibe der Empörung war das Schiedsrichtergespann Nils Weigelt/Sven Weigelt. Die beiden Gütersloher hatten nach dem letzten Wurf von Hermann Hippe nicht auf Tor erkannt, weil der Ball aus ihrem Blickwinkel nur von Pfosten zu Pfosten und nicht über die Linie gerollt war, wie es die wütend protestierenden Bielefelder beschwören wollten.









