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16.03.2010
Eine neue Tribüne für die Regionalliga
FUSSBALL: NRW-Ligist SC Wiedenbrück konkretisiert den Ausbau des Jahnstadions
VON CARSTEN BIERMANN

Rheda-Wiedenbrück. Als ein Pressevertreter nach dem 2:1-Heimsieg über den MSV Duisburg II die Meinung äußerte, dass der SC Wiedenbrück aufsteigen werde, ergriff Geschäftsführer Detlev Hagenkord mahnend das Wort. "Aus sportlicher Sicht mag das stimmen. Aber es gibt noch andere Voraussetzungen, die wir erfüllen müssen." Richtig. Dem NRW-Ligisten fehlt ein Stadion, in dem der Deutsche Fußball-Bund Regionalligafußball gestattet. Aber der SCW arbeitet daran, dies zu ändern.

Den Teil des Zulassungsantrags, der sich auf die organisatorisch-technischen Voraussetzungen bezieht, hat der Verein schon zwei Wochen vor dem gestern abgelaufenen Ultimatum, nach Frankfurt geschickt. Postwendend kam aus der DFB-Zentrale die Bestätigung, dass die Unterlagen komplett sind. Mit größerer Spannung wartet Dr. Michael Reinker auf die nächste Nachricht. Die enthält im Detail die Auflagen, die der Verein erfüllen muss. "Dann konkretisieren wir unsere Pläne", kündigte der Vorsitzende gestern an.

Aus Gesprächen kennt er die Mindestanforderungen. Dementsprechend haben die Vereinsverantwortlichen bereits Überlegungen zur Umgestaltung des Jahnstadions angestellt. Wichtigstes und kostenintensivstes Detail ist die Aufstockung der Zuschauerkapazität von aktuell 3.500 auf 5.001. Ermöglichen soll dies eine Stehplatztribüne mit fünf bis sechs Stufen auf der bisher unbebauten Seite gegenüber dem Vereinsheim.

Zwei Modelle prüft Reinker im Augenblick: 1. Neubau, 2.Aufbau einer Leihtribüne. "Wenn sich eine passende findet, wäre das die günstigere Variante", erklärt er. Ein weiterer Vorteil: Der Verein kann flexibel auf die sportliche Entwicklung reagieren. Steigt der SCW aus der Regionalliga ab, beendet er einfach das Leihgeschäft - ohne finanzielle Verluste.

Auf längere Sicht - vorausgesetzt die Wiedenbrücker halten die Regionalliga - würde sich eine feste Betonkonstruktion irgendwann amortisieren. Um die Rechnung aufstellen zu können, holt Reinker Kostenvoranschläge von heimischen Bauunternehmen ein. "Es wird auf jeden Fall viel Geld kosten", sagt der SCW-Präsident, ohne die genaue Dimension ("Zwischen 30.000 und 600.00 Euro") zu nennen. Die Entscheidung, welche Variante den Vorzug erhält, ergebe sich aus der klaren Vorgabe: "Wir machen nur das, was wir bezahlen können." Schließlich müsse zusätzlich Geld in einen regionalligatauglichen Kader investiert werden.

Neben der Tribüne schlagen zwei Sicherheitsmaßnahmen zu Buche. Vor den Stehplätzen verlangt der DFB eine 2,20 Meter hohe Umzäunung und für den Weg der Spieler von der Umkleidekabine aufs Feld einen abgetrennten Gang. "Den erstellen wir einfach durch Zäune", erklärt Reinker. Fest geplant ist zudem ein weiteres Kassenhäuschen, so dass die Zuschauer getrennt nach Sitz- und Stehplätzen Einlass bekommen und durchs Stadion geleitet werden.

Als Termin, wann die fertigen Pläne auf dem Tisch liegen sollen, visiert Reinker den Mai an. "Auf zwei oder drei Wochen kommt es nicht an", ist er sicher, die notwendigen Umbauten dann immer noch pünktlich bis Ende August fertiggestellt zu haben. Wesentlich wichtiger seien die Verhandlungen im Vorfeld, auch mit den Sponsoren. Denn zumindest schwant ihm schon, dass der SC Wiedenbrück alles aus eigener Tasche finanzieren muss.

Von der Stadt darf der Sport-Club zwar wohlmeinde Worte, aber keine finanzielle Hilfe erwarten. "Gelder für einen Stadionausbau wird es vermutlich nicht gegeben", sagt Rheda-Wiedenbrücks Pressereferent Martin Pollklas mit Hinweis auf die knappen Kassen. Dies wissend, hat der Verein bisher auch keinen Antrag gestellt.

Dr. Michael Reinker hofft zumindest, in organisatorischen Fragen, wie der Genehmigung von Bauanträgen, Unterstützung zu bekommen. Vertreter des Bauamtes sind in das Projekt eingeweiht, Pollklas bestätigt die "guten Gespräche" zwischen Verwaltung und Verein. "Vor drei Monaten habe ich noch nicht daran geglaubt, dass es klappen kann. Jetzt bin ich optimistisch", sagt Reinker. Im Zuge der Fusionsverhandlungen mit dem FC Gütersloh hatte er den Umbau für "unmöglich" erklärt. Nun geht er fest davon aus, ihn "in Etappen" stemmen zu können - wenn der DFB keine zu großen Anforderungen für die erste Saison stellt: "Davon hängt alles ab."


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