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17.03.2010
Jetzt wird es erst richtig hart
HANDBALL: Oberligist TV Verl und Verbandsligist HSG Gütersloh stehen vor jeweils sechs Endspielen
VON UWE KRAMME

Kreis Gütersloh. Jens Freier und Hagen Hessenkämper sind ruhige Vertreter der Trainerzunft. Am Samstag jubelten sie umso ausgelassener. Besser hätte es für die Topteams aus dem Handball-"Südkreis" aber auch nicht laufen können. Oberligist TV Verl stellte die Weiche mit dem 31:24 in Brockhagen auf Klassenerhalt und Verbandsligist HSG Gütersloh steht nach dem 31:30 in Hüllhorst vor der Meisterschaft.

So sehr die Trainer auch aus sich hinausgingen, so schnell kamen sie auf den Boden der Tatsachen zurück. "Dieser Sieg ist wunderbar, aber wir haben noch nichts erreicht. Vielleicht müssen wir diese Leistung noch sechsmal bestätigen, ehe wir sicher drin bleiben", mahnte Freier. "Jetzt kommen noch sechs Endspiele, das wird hart", stellte Hessenkämper fest. "Denn was sind drei Punkte Vorsprung? Eine Niederlage und das große Flattern fängt an."

Vor den gut 600 Zuschauern in Hüllhorst wurden die Schwarz-Gelben hervorragend mit der Nervenbelastung fertig. Dass am Ende gegen die offene Manndeckung des Rangzweiten die 31:26-Führung dahinschmolz, erklärte Hessenkämper mit fehlender Kraft. "Einige waren stehend k.o. Das Spiel hätte keine Minute länger dauern dürfen." Trotzdem war der HSG-Vorsitzende Udo Johannböke begeistert: "Eine unserer besten Leistungen seit langem. Zu 75 Prozent können wir jetzt für die Oberliga planen, wenn alle auf dem Boden bleiben."

Drei erfahrene Spieler sollen beim Aufstieg den sehr kleinen, momentan bis an die Grenzen geforderten HSG-Kader verstärken. "Vielleicht reicht es auch nur für zwei", verweist Pressesprecher Stefan Herzog auf die Kostenseite. Auch wenn die Gütersloher zum großen Sprung angesetzt hätten, seien jetzt noch keine Zusagen zu erwarten. "Die Leute, die wir angesprochen haben, stehen mit ihren aktuellen Mannschaften ja noch voll im Wettbewerb", so Herzog.

Freier, der vor der Partie in Brockhagen ein klares Bekenntnis seiner Spieler zum TV Verl für die neue Saison gefordert hatte, wertete die überzeugende Leistung als Versprechen, dass alle alles für den Klassenerhalt tun. "Denn als es darauf ankam, war meine Mannschaft da", strahlte der Coach zufrieden.

Genau das vermisste Heiko Kaiser beim TuS Brockhagen: "Uns hat vor allem in der 1. Halbzeit die Aggressivität in der Abwehr gefehlt. Verl war viel präsenter und hat deshalb verdient gewonnen." Der Brockhagener Co-Trainer sieht den punktgleichen Kreisrivalen aber nicht nur wegen des gewonnenen direkten Vergleichs in der besseren Ausgangsposition für den Endspurt im Abstiegskampf: "Verl hat auch das leichtere Programm."

"Ich hoffe, dass es beide Mannschaften schaffen werden", malte sich Freier derweil eine attraktive Oberliga für die neue Saison aus, "vielleicht erwischt es ja jetzt noch einen, der da nie dran gedacht hat." In größte Gefahr - siehe das Restprogramm im Oberliga-Abstiegskampf auf dieser Seite - ist der TuS 97 geraten. Der gescheiterte Meisterschaftsfavorit um die Ex-Verler Jasmin Gojacic und Norman Kern bekam seine Nerven jedenfalls auch beim Tabellenletzten TuS Volmetal nicht in den Griff und verlor mit 26:28.

"Wir müssen anfangen, auch für die Verbandsliga zu planen. Die ist momentan wahrscheinlicher, als die Oberliga", redete der Sportliche Leiter Frank Brennecke anschließend Klartext. Das Problem der Bielefelder: Ihre namhaften und umworbenen Spieler haben Verträge, die nur für die Oberliga gelten.


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