Verl. Mit dem verdienten 2:1-Sieg im Nachholspiel gegen den VfL Borussia Mönchengladbach II machte der SC Verl gestern in der Fußball-Regionalliga einen großen Schritt zum Klassenerhalt. Überragender Spieler im Stadion an der Poststraße war Thomas Bertels, der das 1:0 (18.) selber erzielte und das 2:1 (76.) durch Chamdin Said mit einem tollen Solo vorbereitete.
"Das ist aber auch meine Position", freute sich der 23-Jährige, dass ihn Trainer Raimund Bertels wie schon beim 1:0 gegen Bochum am Samstag von der linken Außenbahn weggeholt und als zweiten Stürmer neben Christian Knappmann aufgeboten hatte. Der zu Saisonbeginn vom Westfalenligisten SV Lippstadt gekommene Schlacks nutzte den Raum und die Freiheiten, die ihm seine neue Rolle bringen wieder mit einem irren Laufpensum und war deshalb ein ständiger Unruheherd im Mönchengladbacher Strafraum.
"Der Junge ist gut, der macht hier den Unterschied aus", lobte Uli Sude den Vierzehner des Sport-Clubs auf der Tribüne. Gut möglich, dass der in Verl lebende "Spion" des Bundesligisten dem VfL-Reservetrainer Horst Wohlers gestern noch die Informationen erklären musste, die er ihm von den Verlern geliefert hatte. Sude beobachtete die Schwarz-Weißen nämlich zuletzt gegen Münster, als sie ebenso mutlos in der Defensive erstarrt waren wie noch vor einer Woche beim 1:1 gegen Eintracht Trier.
"Wir packen wieder vorne an", hatte Co-Trainer Andreas Pavkovic aber schon beim Gang auf den Platz angekündigt, dass die Gastgeber so weitermachen wollten, wie sie gegen Bochum aufgehört hatten. Tatsächlich gehörten die Anfangsminuten allein dem Sport-Club, der über seine beweglichen Außen Pascal Röber und Fabian Großeschallau auch gute Möglichkeiten heraufbeschwor.
Nach dem Führungstreffer durch den überall und nirgends auftauchenden Bertels übertrieben es die Verler allerdings mit dem nach vorne laufen, zumal sie sich längst nicht mehr so zügig zurück bewegten wie in der Anfangsphase. Die Gladbacher mit den schnellen Bäcker, Neustädter und Herrmann kamen immer besser ins Spiel und zu guten Möglichkeiten. Der Ausgleichstreffer durch Marcel Podszus (43.) fiel folgerichtig. Sauer waren die Zuschauer deshalb aber nicht: So ein munteres Hinundher hatten sie schließlich in ihrem Stadion schon lange nicht mehr gesehen.
Nach dem Seitenwechsel stimmte bei den Hausherren die Balance zwischen Offensivdrang und Abwehrpflicht wieder. Während sie den Gästen keine Chance mehr ließen, hatten sie gleich nach Wiederanpfiff durch Bertels (Pfosten) und ihr Arbeitstier Knappmann (Kopfball knapp vorbei) zwei dicke. Weil die Verler weiter die Initiative behielten, entschieden sie die Partie durch die brillante Einzelaktion von Bertels und den kaltblütigen Abschluss von Said zum 2:1 verdient für sich.