Rheda-Wiedenbrück. Mit einer beeindruckenden Vorstellung gegen das mit Profi-Fußballern durchsetzte Team der Sportfreunde Siegen hat der SC Wiedenbrück gestern Abend seine Anwartschaft auf den Aufstieg zur Regionalliga unterstrichen. Bereits zur Pause lag die Elf von Trainer Thomas Stratos durch drei wunderschön herausgespielte Tore von Altan Arslan, Lars Remmert und Dominic Jansen mit 3:0 vorn und brachte die Revanche für die 0:4-Hinspielniederlage trotz des Anschlusstreffers zum 3:1 locker nach Haus.
Drei Veränderungen hatte Thomas Stratos gegenüber dem torlosen Remis beim VfB Hüls vorgenommen. Christopher John verteidigte hinten rechts, Christian Zodrow kehrte nach überstandener Leistenverletzung auf die Sechser-Position zurück und auf der linken Seite bekam Maximilian Oesterhelweg eine Chance in der Anfangsformation. Und die nutzte der Youngster wie sein Pendant auf der rechten Seite Altan Arslan. Die Wiedenbrücker verschafften sich von Beginn an die Spielkontrolle über lange Ballstaffetten, ausgehend von der Viererkette über das Mittelfeld. Für Torgefahr sorgten indes meist Altan Arslan und Maximilian Oesterhelweg über die Außenpositionen. Arslan sorgte mit seinem frühen Führungstor zusätzlich dafür, dass die zunächst erstaunlich offensiv antretenden Gäste schnell zurecht gestutzt wurden. Maxi Oesterhelweg hatte bei seinen Sturmläufen nicht so viel Glück im Abschluss, aber nicht nur seine Balleroberung gegen seinen Gegenspieler Serkan Dalman mit einem anschließenden Lupfer an die Torlatte sorgte für Stimmung auf der dicht gefüllten Sitzplatztribüne (14.).
Mit einer sicheren Abwehrleistung rechtfertigte auch Christopher John das Vertrauen des Trainers. Thomas Stratos lag auch völlig richtig mit seiner Maßnahme, Lars Remmert an die Seite von Dominic Jansen in den Angriff zu stellen. Remmert tauchte überall auf, war stets anspielbereit für den im zentralen Mittelfeld als Ballverteiler agierenden Lukas Krause.
Im Gefühl der deutlichen Überlegenheit gingen die Wiedenbrücker in der zweiten Halbzeit nicht mehr ein so hohes Tempo. Zudem musste Altan Arslan, der viele Angriffe über die rechte Seite einleitet hatte, zur Pause angeschlagen in der Kabine bleiben. Die Gäste suchten in der zweiten Halbzeit vermehrt ihr Heil in übermäßig aggressiv geführten Zweikämpfen. Schiedsrichter Marcel Klein versäumte es, frühzeitig mit weiteren persönlichen Strafen dagegen zu halten. Erst in der 82. Minute musste Anis Said wegen wiederholten Foulspiels mit Gelbrot den Platz verlassen. Damit waren die Siegener Gäste endgültig chancenlos, auch wenn ihnen kurz zuvor nach der einzigen Unaufmerksamkeit in der Wiedenbrücker Abwehr das Anschlusstor gelungen war.
"Die 1. Halbzeit war die beste der gesamten Saison", zollte Thomas Stratos seinem Team ein Sonderlob und machte damit endgültig einen Haken hinter die beiden letzten 0:0-Spiele gegen Bielefeld und Hüls.