Lotte. Der SC Verl hat eine weitere Saison in der Regionalliga so gut wie sicher. Und sich diese auch redlich verdient. Mit einem gleichsam überraschenden wie hart erkämpften 3:2-Erfolg bei den Sportfreunden Lotte erhöhte das Team sein Punktekonto gestern Abend auf 39. Die starke Leistung lässt eigentlich keinen Zweifel, dass der Tabellensiebte die fehlenden Zähler in den verbleibenden sechs Partien noch einfährt.
Für die Lotter scheint der Zug Richtung 3. Liga dagegen abgefahren zu sein. Um den Rückstand auf Tabellenführer Saarbrücken noch wettzumachen, stand für Maik Walpurgis fest: "Wir müssen gewinnen, egal wie." Der Lotter Trainer schickte seine Truppe schnurstracks nach vorn, um die Verler zu Fehlern zu zwingen. Die Rechnung ging bereits in der 9. Minute auf, als Florian Dondorf die schlampige Abwehrarbeit mit dem 1:0 bestrafte. Doch Verls Coach Raimund Bertels musste sich nicht lange grämen. Gemäß seiner Vorgabe, sich "auf keinen Fall zu verstecken", startete sein Team Entlastungsangriffe – und das mit schnellem Erfolg. Kevin Freiberger glich nach 14 Minuten zum 1:1 aus, ehe es drei Minuten später wieder klingelte. Nach Foul an Thomas Bertels verwandelte der in die Startelf zurückgekehrte Christian Knappmann den fälligen Elfmeter zum 2:1 – und beendete endlich seine Torflaute in diesem Jahr.
Nach diesem furiosen Auftakt beruhigte sich das Spielgeschehen. Die Lotter standen sichtbar unter Schock, was den Verlern die Arbeit erleichterte. Taktisch hervorragend eingestellt, hielten die den Favoriten in Schach. In der Offensive scheuten sie allerdings das Risiko, nur Bertels näherte sich noch einmal dem gegnerischen Tor an (41.).
Wie erwartet, erhöhten die Sportfreunde nach dem Wechsel den Druck. Und wie schon in der 1. Hälfte, schockte Florian Dondorf die Verler mit einem schnellen Treffer (50.). Doch auch das weitere Szenario wiederholte sich. Die Gäste brachen nicht ein, sondern bliesen zum Gegenangriff. Und wenn bei einem Stürmer der Knoten erstmal platzt, dann ist er zu allem fähig. Wie Christian Knappmann, der spätestens mit seinem Kopfballtreffer zum 3:2 (55.), dem 12. Saisontor, seine Wiederauferstehung feierte.
Im Folgenden verteidigten die Schwarz-Weißen mit Mann und Maus die Führung, hatten aber auch Glück, als Fischer und Dondorf hochkarätige Chancen nicht nutzten. Der nimmermüde Einsatz kam Thomas Bertels teuer zu stehen, in der 71. Minute wurde der Verler Angreifer benommen vom Platz getragen. Doch auch das warf den Außenseiter nicht aus der Spur. Als Keeper Mandic einen Schuss von Tobias Willers (86.) an den Pfosten gelenkt hatte, war der zweite Auswärtssieg in dieser Saison perfekt. "Das war eine herausragende Leistung", lobte Trainer Raimund Bertels seine Spieler, die sich nach Abpfiff aus Freude vor ihren mitgereisten Fans kugelten.