FUSSBALL: Westfalenligist FC Gütersloh besiegt Spitzenreiter Rhynern durch ein Tor von Lennard Warweg verdient
Gütersloh. Mit dem 1:0-Sieg gegen Spitzenreiter Westfalia Rhynern sicherte sich der FC Gütersloh gestern Abend im Abstiegskampf der Fußball-Westfalenliga hoch verdient "Big Points". Ohne diesen überraschenden Erfolg wären die Gastgeber auf Abstiegsplatz 15 zurückgefallen, weil der punktgleiche Delbrücker SC gleichzeitig RW Ahlen II 4:1 besiegte.
Dirk Flock verzichtete zugunsten von Marc Birkenhake überraschend auf Daniel Burger ("Ich bin topfit und bin selbst überrascht") im defensiven Mittelfeld. Schnell zeigte sich, dass der FCG-Trainer bei dieser Umstellung ein glückliches Händchen hatte, denn gerade wegen der flotten Vorstöße ihres linken Flügelmannes war seine Mannschaft in der 1. Halbzeit die dominierende und bessere.
Als sich die Tribünengäste ("Ja wer ist denn hier der Spitzenreiter und wer der Abstiegskandidat?") noch verwundert die Augen rieben, setzte Lennard Warweg diese Überlegenheit endlich zum 1:0 (40.) um, als Birkenhake mal wieder angetreten war.
Während die erstaunlich passiv auftretenden Rhyner nur eine Chance (21.) durch Björn Traufetter dagegenhielten, verpassten die Platzherren beim Freistoß von Patrik Plucinski (12.) und drei Birkenhake-Versuchen (24., 35. und 45.) eine höhere Führung. Bei der Möglichkeit des Titelanwärters zeigte Stephan Eggert, dass er trotz der Kopfverletzung beim Foul (17.) von Alexander Schiller klaren Kopf behalten hatte. Mit dickem "Turban" gerade wieder auf dem Platz, luchste der Rechtsverteidiger dem gegnerischen Stürmer geschickt den Ball ab. Mit seinen Vorstößen gehörte Eggert eh dann weiter zu den Aktivposten des FCG.
Präsident Bernd Ruhnke, der die Partie mit Ex-Nationalspieler Thomas Strunz, einem Bekannten von FCG-Sponsor Jörg Siekmann, verfolgte, hatte an diesem Spiel genauso seinen Spaß wie Alexander Kuschmann. Die immer noch verletzte Nummer eins der Gütersloher verlängerte gestern seinen Vertrag um ein Jahr.
Wer gedacht hatte, dass "Kuschis" junger Vertreter Alexander Opitz im 2. Abschnitt von einem sich aufbäumenden Favoriten mächtig unter Beschuss genommen würde, sah sich getäuscht. Ehe die Gäste besser ins Spiel kamen, hatte der FCG durch Warweg (49.), den Pfostentreffer vor Serdar Erdogmus (59.) und Lars Schröder (68.) gute Möglichkeiten, um für eine frühe Entscheidung zu sorgen.
"Ihr spielt wie Angsthasen, spielt endlich wie Männer", musste Rhynerns Trainer Michael Lusch schon an der Linie tönen, bis seine Truppe endlich in die Gänge kam. Zwar reichte das für eine klare Feldüberlegenheit, aber nur für eine gute Chance: Ein Fallrückzieher von Eugen Fehlberg (85.) verfehlte knapp sein Ziel. Die kampfstarken Gütersloher blieben die Antwort durch einen Plucinski-Kopfball aber nicht schuldig .