FUSSBALL: Regionalligist SC Verl bestreitet letztes Heimspiel gegen den Bonner SC
Verl. Die Saison 2008/09 beendete der SC Verl mit 48 Punkten als Tabellenachter. Dieses gute Ergebnis in der laufenden Saison zu toppen, ist für die Spieler des Fußball-Regionalligisten und ihren jungen Trainer Raimund Bertels "eine große Herausforderung." Gelegenheit, ihr 44-Punkte-Konto aufzustocken, haben die Schwarz-Weißen im letzten Heimspiel am heutigen Samstag gegen Bonn und nächste Woche beim 1. FC Köln II.
Weil das wichtigste Saisonziel, der Klassenerhalt, längst erreicht ist, das letzte Wochenende spielfrei war und das Serienende nah ist, wäre es normal, die Spielzeit locker ausklingen lassen. Stattdessen wird an der Poststraße intensiv trainiert. "Die Jungs wollen alle in den DFB-Pokal", erklärt Trainer Bertels den Ehrgeiz. Am Donnerstag bestreitet der Sport-Club gegen den TuS Erndtebrück das entscheidende Spiel.
Bertels ist froh, dass er in die wichtige Schlussphase seiner ersten Saison als Cheftrainer des SC Verl ohne personelle Sorgen gehen kann, seit Wochen erstmals kein Spieler verletzt oder gesperrt ist. Zu rechnen ist deshalb mit der bewährten Elf: Mandic – Schmidt, Flottmann, Saur, Kaminski – Großeschallau, Leeneman, Bömer-Schulte, Bertels – Freiberger, Knappmann.
Für Christian Knappmann geht es gegen Bonn um mehr als drei Punkte. Mit 14 Treffern liegt der Sturmführer in der Torschützenliste nur einen Treffer hinter Ercan Aydogmus vom Bonner SC und würde den Kontrahenten am liebsten im direkten Vergleich überflügeln. Beim 4:0 im letzten Spiel in Düsseldorf tat sich der Verler Torjäger als sicherer Elfmeterschütze und Vorbereiter hervor.
Gegen Bonn hofft er aber auch deshalb auf Vorlagen seiner Mitstreiter, weil er sich angemessen verabschieden will. Knappmann wechselt zum Drittligisten LR Ahlen und wird vom SC Verl aus seinem bis zum 30. Juni 2012 laufenden Vertrag freigegeben. "Es war von Kindesbeinen an mein Traum, einmal in einer Bundesliga zu spielen", kommentierte der 29-Jährige seinen Wechsel: "Deswegen habe ich mir auch eine Ausstiegsklausel in meinen Vertrag schreiben lassen." Er habe sehr gute Gespräche mit dem designierten Verler Vorsitzenden Hans Katzwinkel geführt, "doch sportlich und finanziell musste ich das Angebot aus Ahlen einfach annehmen."
Vor dem Spiel in Düsseldorf war Knappmann zudem mit einer deftigen Kritik ("Zielloses Denken") an der Kaderplanung des SC Verl an die Öffentlichkeit gegangen. "Keine Ahnung, ob er weg will", hatte Bertels seinerzeit die "vereinsschädigenden Aussagen" kommentiert.
Dem Verler Coach treiben jedenfalls weder die Absage von Kapitän Daniel Flottmann noch die Abgänge der Stürmer Freiberger und Knappmann den Angstschweiß auf die Stirn. "Wir hätten die drei gerne behalten, aber wir haben mit 15 Wunschspielern für die neue Saison einen Stand erreicht, der uns ruhig in die Zukunft blicken lässt. Schließlich sind mehr Fußballer denn je auf dem Markt." Als Ersatz für Knappmann wird in Verl Manuel Eckel, Torjäger des Westfalenligisten SV Lippstadt, gehandelt. Der in dieser Saison bereits 37 Mal erfolgreiche Angreifer ist allerdings vertraglich gebunden. Allerdings dürfte Ahlen die Freigabe von Knappmann auch nicht umsonst bekommen haben.