Bielefeld (lnw/ton). Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat im Zuge des Wettskandals aus dem Jahr 2009 vier Spieler gesperrt. Darunter sind drei Nachwuchsfußballer von Arminia Bielefeld und ein Spieler des SC Verl.
Die Bielefelder Kicker müssen wegen Manipulations-Verabredungen für sechs, acht und 14 Monate zwangsweise pausieren. Die Namen der Betroffenen nannte der DFB wegen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Den Bielefelder Junioren-Spielern konnten nach DFB-Angaben "tatsächliche Manipulationshandlungen" nicht nachgewiesen werden.
Arminia Bielefeld veröffentlichte am Dienstagabend eine Pressemitteilung, in der der Verein darauf hinwies, dass letztlich keine Spiele des DSC manipuliert worden seien. Wie der Verein schreibt, seien die Spieler Ende 2009 von so genannten "Wettpaten" angesprochen worden. Die Fußballer sollten für geringe Geldbeträge bei zwei Jugendspielen des DSC betrügen.
Spieler wandten sich selbst an Arminia
In einem Fall sollten die Kicker ein Spiel mit zwei Toren Unterschied verlieren. Die Arminen gewannen das Spiel jedoch. In einem zweiten Fall beteiligte sich ein Spieler an der Absprache, spielte aber bei dem entsprechenden Spiel nicht mit.
Die Nachwuchsfußballer hätten sich selbst an den Verein gewandt. Arminia Bielefeld habe sofort den Kontakt zum DFB gesucht und die Aufklärung des Falls unterstützt. Die Spieler seien intern sofort gesperrt worden, einer der drei wurde in der Winterpause aus dem Verein ausgeschlossen.
Bei dem Spieler des SC Verl handelt es sich um Tim Hagedorn. Sein Anwalt Andree Kruphölter bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag diesen Sachverhalt, den auch das Fachmagazin "Kicker" meldete. Seine Halbjahres-Sperre läuft in diesen Tagen bereits ab.
Verfahren gegen Neumann ausgesetzt
Hagedorn sei vom DFB-Sportgericht auf Antrag des Kontrollausschusses deswegen verurteilt worden, weil "er den Anschein einer Manipulationszusage gegenüber seinem damaligen Mitspieler Patrick Neumann erweckt" hatte. Das gegen Neumann eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde ausgesetzt, weil er aktuell keinem Verein im Bereich des DFB angehört. Es wird fortgesetzt, sobald er wieder Mitglied eines Vereins wird.
Nach "Kicker"-Informationen war der ehemalige Verler Spieler Hagedorn gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, für 1.000 Euro eine Partie absichtlich zu verlieren. Der Verein hatte ihn und seinen damaligen Verler Kollegen Neumann umgehend suspendiert. Neumann hatte nach Angaben seines Anwalts zugegeben, 500 Euro für manipulierte Spiele angenommen zu haben.
Wie Hagedorns Rechtsbeistand Kruphölter erklärte, will sein Mandant wieder Fußball spielen, "aber nur als Hobby". Als Berufstätigkeit wolle der 24-Jährige den Sport nicht mehr ausüben.
Auch Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt
Der DFB-Kontrollausschuss führte in den vergangenen Monaten zahlreiche Vernehmungen von weiteren beschuldigten Spielern und Zeugen durch. Der Abschluss dieser Verfahren hängt jedoch unter anderem von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft Bochum ab, erklärte der DFB.