FUSSBALL: Hans-Josef Katzwinkel will mehr Zuschauer ins Stadion an der Poststraße locken
Verl. Offiziell übernimmt Hans-Josef Katzwinkel beim SC Verl erst am 1. Juli das Amt des Vorsitzenden. Tatsächlich zieht der 51-Jährige hinter den Kulissen längst die Fäden, ist in alle Entscheidungen für die neue Saison eingebunden und vor allem federführend bei der Etat- und Kaderplanung. "Die Defensive steht, in der Offensive müssen wir noch etwas tun", ist der künftige Kader für Katzwinkel erst "fast komplett".
Zwei Stürmer möchte der designierte Vorsitzende, der sich in diesen Fragen nicht nur mit Cheftrainer Raimund Bertels sondern auch mit dem künftigen Marketingbeauftragten Andreas Ortkemper abstimmt ("Der kennt sich mit Spielern aus und wie man mit ihnen redet"), noch holen. Sollte sich das Interesse von Arminia Bielefeld an Thomas Bertels doch noch konkretisieren, würden drei Angriffsspieler gebraucht.
Marcus Fischer war ein Kandidat für eine dieser freien Stellen. Der Sportfreund aus Lotte zog jedoch das Angebot des Ligakonkurrenten SV Elversberg vor. Weil er schon in der A-Jugend bekommen habe, was er in Verl verdienen könne, behauptete er gegenüber SCV-Spielern. Dass der Tabellenneunte in Sachen Gehälter nicht die erste Adresse in der 4. Liga ist, erfuhr der Sport-Club auch beim Werben um seinen ehemaligen Spieler Josef Cinar. "Er würde in Trier so viel verdienen wie in Verl und Wiedenbrück zusammen", erzählt Katzwinkel kopfschüttelnd. "Und dass unser Freund Knappmann nicht nur wegen der besseren sportlichen Perspektive nach Ahlen geht, weiß doch jeder."
Natürlich würde auch der SC Verl gerne (wieder) in der Regionalliga oben mitspielen, und der Etat in der neuen Saison würde auch um zehn Prozent höher ausfallen, erzählt der Geschäftsführer des SCV-Trikotsponsors Alulux: "Aber wir wollen das nicht um jeden Preis." Katzwinkel ist nicht bereit, für die Umsetzung seines mit "Regionalliga plus" griffig formulierten Ziels vom Verler Weg des seriösen Wirtschaftens abzugehen. Natürlich betont er, dass der Klub im Nachwuchsbereich mit der Förderung des Leistungssports ("Die 1. Mannschaften sollen aufsteigen") und des Breitensports ("Das ist wichtige Sozialarbeit in der Gemeinde") auch noch andere Aufgaben erfüllen möchte.
Auf dem Weg zum wichtigsten Ziel, wieder mehr Zuschauer ins Stadion an der Poststraße zu locken, seien andere Schritte eh ebenso wichtig, wie in der 4. Liga oben mitzumischen, findet der künftige Vorsitzende. Katzwinkel verweist auf die Integrationskraft des Sportlife-Juniorcups am ersten Juni-Wochenende. "Wenn ich sehe wie viele Mitglieder da mit angepackt haben, wie viele Eltern und Zuschauer gekommen sind und welche Begeisterung herrschte, dann sind wir auf einem guten Weg."