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21.07.2010
Führungsaufgabe für Mainka
FUSSBALL: Regionalligist SC Wiedenbrück setzt auf erfahrenen Neuzugang
VON UWE KRAMME

Zielstrebig | FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Rheda-Wiedenbrück. Für Thomas Stratos ist Robert Mainka ein enorm wichtiger Baustein bei der Zusammensetzung der Regionalligamannschaft des SC Wiedenbrück. "In der 4. Liga wird viel abgeklärter und robuster Fußball gespielt", begründet der Trainer des NRW-Liga-Meisters, warum er den erfahrenen Akteur ins Jahnstadion geholt und ihm eine zentrale Rolle im Mittelfeld zugedacht hat.

Mainka, bei seinen bisherigen Regionalligavereinen SC Verl (34 Einsätze, 11 Tore) und RW Essen (50 Spiele, 11 Tore) vorwiegend auf der Außenbahn eingesetzt, kommen beide Veränderungen gelegen. "Je weiter innen ich spiele, umso torgefährlicher bin ich", sagt der 27-Jährige zu seiner neuen Rolle auf dem Feld.

Beim 1:2 gegen den TuS Dornberg am Sonntag unterstrich er diese Aussage mit einem Tor nach energischem Dribbling und einem Pfostenkracher aus der Distanz. Stratos sah wegen der Ballsicherheit und der Übersicht Mainkas im Aufbau aber auch schon etwas von diesem "offensiven Sechser" oder "zurückhaltenden Zehner", der ihm für die Serie vorschwebt.

Mit seinem Angebot für einen Einjahresvertrag rannte der SC Wiedenbrück bei Mainka offene Türen ein: "Die zwei Jahre bei Rot-Weiß Essen waren schön, die Atmosphäre im Stadion an der Hafenstraße war sogar einmalig – aber das Ende dafür umso schlimmer."

Info

Heute Testspiel in Hövelhof

Nach Niederlagen gegen den Delbrücker SC (0:1) und den TuS Dornberg (1:2) bestreitet der SC Wiedenbrück heute sein drittes Testspiel- und wieder geht es mit dem Hövelhofer SV gegen einen Westfalenligisten. Anstoß in der Waldkampfbahn ist um 18.30 Uhr.

Bevor am 7. August die Saison bei Fortuna Düsseldorf II startet, haben die Wiedenbrücker noch drei Auftritte. Am Sonntag steht der Radio-Gütersloh-Cup an, am 27. Juli geht es zur Hammer Spvg., und am 31. Juli trifft der SCW in Rheda auf den SC Paderborn.

Der Traditionsverein meldete Insolvenz an, und fast alle Stammspieler mussten gehen. "Wenn ich jetzt lese, dass RWE die Lizenz für die NRW-Liga bekommen hat und einen Etat von zwei Millionen Euro angibt, kann ich einiges nicht mehr verstehen", staunt Mainka.

Die Frage, ob er gerne in Essen geblieben wäre, stellt sich für ihn nicht mehr. "Ich habe mein Geld bekommen und das Kapitel abgehakt." Der in Bielefeld wohnenden Mainka nutzte gerne die Chance, nach Ostwestfalen zurückkehren zu können. "Weil in Essen unter Profibedingungen trainiert wurde, musste ich mein Studium hinten anstellen und habe im neuen Semester einiges nachzuholen."

Dass er das schafft, steht für Mainka genauso fest, wie ein gutes Abschneiden des SC Wiedenbrück. "Mein erster Eindruck ist der, dass hier etwas entsteht und eine solide Regionalligatruppe zusammenwächst." Mainka vergleicht den SC Wiedenbrück gerne mit dem SC Verl, für den er in der Serie 2007/08 spielte. "Diese Vereine ähneln sich in ihrer Struktur. Hier wie da wird mit viel Ehrgeiz und Aufwand versucht, etwas aufzubauen."

Dass sich beide Klubs in einem schwierigen Umfeld bewegen, ist dem Spieler bewusst. "Ich bin gespannt, ob es wirklich eine Regionalligareform gibt", überlegt Mainka, "allerdings habe ich schon nicht verstanden, warum 2008 die zweigleisige Regionalliga überhaupt aufgegeben wurde, denn die war war doch mit ihren vielen interessanten Vereinen ideal."

Weil er es aber nun mal nicht ändern könne, konzentriert sich Robert Mainka bei seinem neuen Verein auf die Dinge, die er zu beeinflussen vermag. "Körperlich bin ich noch lange nicht bei hundert Prozent", gibt er zu. "Aber das ist auch kein Wunder, denn ich habe sechs Monate lang nicht spielen und erst die letzten Saisonpartien bei RW Essen wieder mitmachen können." Eine Leistenoperation hatte Mainka zurückgeworfen: "Immerhin spüre ich keine Beeinträchtigungen mehr."


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