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01.09.2010
Die Aufgaben sind verteilt
Auf dem Gütersloher Sportgipfel arbeiten Vertreter von Vereinen, Politik und Verwaltung an neuem Pakt

Arbeitskreise: | FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Ein Jahr nach dem Auslaufen des "Pakt für den Sport" und sechs Monate nach der Unfrieden stiftenden Einführung einer Hallenbenutzungsgebühr haben Vereine, Verwaltung und Politik begonnen, wieder einen gemeinsamen Nenner für den Sport in der Stadt Gütersloh zu suchen. Zum 1. Sportgipfel trafen sich am Montag in der Stadthalle 90 Vertreter, um einen Diskussionsprozess einzuleiten, an dessen Ende ein neuer "Pakt für den Sport" stehen soll.

Bis der geschlossen wird, ist aber noch viel Arbeit notwendig. Dieser Gipfel lieferte nämlich der Planung entsprechend weder Ergebnisse noch Tendenzen. "Ich bin begeistert von der Resonanz", fand Rudolf Bolte den Start des in dieser Form in Gütersloh einmaligen Projekts gleichwohl "viel versprechend". Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, der eingeladen hatte, erhofft sich nun "eine erfolgreiche Gruppenphase".

In fünf Handlungsfeldern soll in den nächsten Wochen herausgearbeitet werden, wohin sich der Gütersloher Sport entwickeln soll. Zu beantworten sind insbesondere die Fragen, welche Leistungen die Vereine für die Stadt erbringen wollen und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. Auf dem 2. Sportgipfel am 25. Oktober, vor den Beratungen der Stadt über den Haushalt 2011, sollen die Ergebnisse präsentiert werden.

Am Montag ging es darum, wieder miteinander und persönlich ins Gespräch zu kommen. Deshalb wurden die Vertreter von Vereinen, Verwaltung und Politik gezielt gemischt und auf zwölf Tischgruppen verteilt. Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) nahm ebenso in einer Runde Platz wie die Dezernenten Andreas Kimpel und Joachim Martensmeier oder Gerhard Feldhans (CDU), der Vorsitzende des Sportausschusses.

Der Stadtsportverband hat mit Holger Vetter, dem Vorsitzenden des TuS Ost Bielefeld, einen "Prozess- und Innovationsberater" als Moderator verpflichtet. Nach einem Vortrag von Karl-Wilhelm Schulze, Geschäftsführer des SSB Bielefeld, über den Wandel des Sports und der Sportvereine (siehe Kasten) wurde an den Tischen ein Fragenkatalog abgearbeitet. Dabei ging es zum Beispiel um die Auswirkungen einer Sporthallennutzungsgebühr und einer Kürzung der Sportförderung.

Die Vorstellung der Antworten ergab zusammengefasst ein bekanntes Argumentationsmuster: Die Vereine leisten einen wichtigen Beitrag in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Gesellschaft und müssten ihre Leistungen bei gekürzter finanzieller Unterstützung einschränken. Rudolf Bolte hatte eingangs Zahlen über die städtische Sportförderung und die Arbeit der 90 Sportvereine präsentiert. Angesichts von jährlich 38.000 Übungsleiterstunden allein im Jugendbereich sagte er: "Wenn das die Jugendhilfe der Stadt Gütersloh leisten müsste, weiß ich nicht, wie hoch der Haushalt belastet würde."

So deutliche Worte blieben in den Gruppenstatements aus. Immerhin forderte Klaus Bünemann, der 2. Vorsitzende des TuS Friedrichsdorf: "Man sollte nicht immer nur in die Prunkbauten Geld reinschieben, sondern auch an die kleineren Sportstätten denken."
Weil der erste Sportgipfel ruhig verlief und viele gemeinsame Vorstellungen geäußert wurden, meinte der Gütersloher Sozialdezernent Joachim Martensmeier sogar feststellen zu müssen, dass es positiv sei, "aus der konfrontativen Situation, die noch im Februar geherrscht habe, rausgekommen zu sein."

Peter Offers war das zu viel Harmoniegehabe: "Ich sehe schon noch Konfrontation und Diskussionsbedarf", entgegnete der Vorsitzende des vom städtischen Sparkurs besonders hart betroffenen Schwimmvereins unter Beifall. Offers hatte vor allem folgende Aussage von Martensmeier im Blick: "Die finanzielle Situation der Stadt wird sich nicht ändern - jedenfalls nicht zum Guten."

Gerhard Feldhans (,,Wir können uns ruhig auch streiten") signalisierte den Vereinen die Gesprächsbereitschaft der Politik: "Wir sind keine arroganten Durchsetzer im Gütersloher Sport." Einig waren sich alle Teilnehmer in ihrem Lob für die Organisation des Sportgipfels: "Das ist gelebte Demokratie", bedankte sich Klaus Hölscher, Vorsitzender der FLG Gütersloh, beim Stadtsportverband.


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