Verl. Drei Spiele, ein Punkt: Der Start in die Saison der Fußball-Kreisliga B ist dem FC Sürenheide gründlich misslungen. Nach dem jüngsten 0:3 beim TuS Friedrichsdorf II belegt die Elf um Spielertrainer Julian Manigel Rang 14 - ein Abstiegsplatz. "Wir müssen einfach die individuellen Fehler abstellen", hadert der Coach mit dem bisherigen Abschneiden. Er ist allerdings zuversichtlich: "Chancenlos waren wir nicht, wir kommen langsam in Tritt."
Für Manigel ist der B-Ligist die erste Trainerstation. Der 27-Jährige kam vom A-Liga-Meister St. Gabriel Gütersloh in die Sürenheide und beerbte dort den ehemaligen Regionalligaspieler Ulf Raschke. Ein Neuling ist Manigel beim FCS allerdings nicht: "Ich bin nur dahin zurückgegangen, wo ich herkomme", erinnert der Spielertrainer an seine jahrelange Defensivtätigkeit bei den Rot-Weißen.
"Ausschlaggebend für die Rückkehr war Volker Meier", sagt Manigel. Der ehemalige Coach von St. Gabriel ist neuer Fußballobmann bei den Sürenheidern und hat gleich eine halbe Hintermannschaft mitgebracht. Neben Manigel folgten dem 46-Jährigen Sohn Lars, ein Verteidiger, der gleichzeitig als Co-Trainer fungiert, und Torhüter Markus Brockmann. Klar, dass die Sürenheider bei diesen Verstärkungen eher auf eine stabile Defensive setzen, statt auf Angriff zu spielen.
82 Gegentore in den 34 Spielen der letzten Saison sind für Manigel allerdings auch kaum zu übersehende Fakten. "Erstmal hinten dichtmachen, alles andere baut darauf auf", setzt der Coach auf eine Verbesserung von Spiel zu Spiel. Ziel ist es, möglichst früh den Klassenerhalt gesichert zu haben. Denn spannende Spiele mögen sie zwar in der Sürenheide, aber die Last-Minute-Entscheidung in der letzten Saison steckt den altgedienten Spielern doch noch in den Knochen. Durch ein 5:2 über Spexard III retteten sich die Heide-Boys erst am letzten Spieltag auf Platz zehn.
Um den Tabellenkeller zu verlassen, müssten aber alle Rädchen ineinander greifen, mahnt der Coach. Fallen Stammkräfte aus, werde das schwer: "Lars Meier hat gegen Friedrichsdorf wegen eines Urlaubs gefehlt. Da taten sich sofort Lücken auf."
Auch wenn der sportliche Abstieg in die Kreisliga C nicht ausgeschlossen ist, wirtschaftlich hat Klub nichts zu befürchten. Wegen des starken Wachstums auf 420 Mitglieder wurde das Sportheim um 170 Quadratmeter erweitert. "Mitte September soll alles fertig sein", kündigt Architekt Werner Fortkord an. Die Kosten von über 400.000 Euro trägt die Stadt Verl. Sollten noch mehr Mitglieder kommen, hat Fortkord vorgesorgt und eine Treppenöffnung für zusätzliche Stockwerke eingeplant.