Gütersloh. Der TV Verl, als einziger Oberligist Jahre lang die unangefochtene Nummer eins im Handball-Südkreis, muss in der neuen Saison den Angriff der HSG Gütersloh abwehren. Einen ersten Nadelstich würde der Aufsteiger in die 4. Liga dem etablierten Rivalen umso lieber schon am Wochenende beim Volksbank-Cup des TV Isselhorst versetzen, als er den Verlern im Vorjahr nach einer 26:32-Finalniederlage die Siegprämie von 700 Euro überlassen musste.
Dass die beiden Mannschaften am 11. September beim Ligastart schon wieder um Punkte gegeneinander kämpfen, halten Jens Freier und Hagen Hessenkämper für "eine unglückliche Konstellation." Andererseits sind sich die Trainer einig: "Geheimnisse zwischen diesen beiden Mannschaften gibt es nicht." Beim 4. Volksbank-Cup, der sechs von zehn oberhalb der Bezirksliga aktiven Mannschaften des Kreises Gütersloh zusammenführt, müssen der TV Verl und die HSG Gütersloh gleichwohl die Karten auf den Tisch legen. Die Vorbereitung ist nicht reibungslos gelaufen, weil immer wieder Spieler fehlten; selbst bei der Generalprobe werden noch einige ausfallen.
"Alle erwarten ein Finale Gütersloh gegen Verl, aber erstmal müssen wir uns qualifizieren", warnt Freier, das Derby vor dem Derby zu beschreien: "Gegen unseren Gruppengegner Loxten haben wir im Training schließlich noch verloren." Dass der unter Coach Dirk Elschner spielerisch vorangekommene Verbandsligist gut drauf ist, zeigte er noch letzten Sonntag beim 29:26-Testsieg in Gütersloh. Und die HSG muss in ihrer Gruppe auch erstmal mit dem ehrgeizigen Oberligaabsteiger TuS Brockhagen und den hundertprozentig motivierten Landesligavertreter Isselhorst fertig werden.
"Ich habe in der Vorbereitung beim TV Verl ja schon viel erlebt, aber das war die Krönung", blickt Freier mit Schaudern auf die letzten Trainingswochen zurück, in denen Verletzungen, Urlaube, berufliche Unabkömmlichkeiten und andere Verpflichtungen sein Programm minimierten. Definitiv verzichten muss er beim Volksbank-Cup noch auf seine Linkshänder Marcel Ortjohann und Henrik Vothknecht. "Wegen ihrer Schulterverletzungen drohen sie auch für den Serienstart auszufallen, das macht mir wirklich Sorgen. Für die anderen kann ich den Volksbank-Cup zum Einspielen noch gut gebrauchen", stellte der Verler Coach fest.
Hagen Hessenkämper, der bei der HSG Gütersloh zuletzt die verletzten Daniel Wiemann und Thorsten Harbert sowie Stefan Christ und Florian Haubrock ersetzen musste, sieht sein Team längst noch nicht da, wo er es hin haben will: "Wir müssen unser Positionsspiel konzentrierter durchziehen und dürfen nicht so schnell den Abschluss suchen." Weil Arne Schlüter und Marcel Schönhoff fehlen, kann sich die HSG in Isselhorst aber nur bedingt festigen.
"Unsere Gruppe ist dumm, aber die andere wäre es auch." Trotzdem ist Peter Dargel auf Prestigeerfolge scharf. Der TVI-Coach hofft, das der angeschlagene Matthias Lewerenz wieder fit ist und Marco Perschke seinen urlaubsbedingten Trainingsrückstand überwunden hat. Erledigt hat sich für Dargel das Problem, aus seinem zunächst üppigen Trainingskader Spieler streichen zu müssen: "Maik Lotz und Tobias Siekmann haben aus beruflichen und Alexander Max aus gesundheitlichen Gründen aufgehört - und da waren es nur noch vierzehn Mann."