Gütersloh. Im Sport gilt allgemein die Devise: Früh übt sich. Besonders im Schwimmen werden die Grundlagen für eine spätere Karriere im Kindesalter gelegt. Um die vielseitigen Aspekte intensiv zu schulen, hat der Schwimmverband OWL einen kindgerechten Wettkampf entworfen. Bereits zum sechsten Mal richtete der Gütersloher SV im Hallenbad an der Herzebrocker Straße "OWL-IX" aus.
42 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis neun Jahren haben sich in zwei Vorrunden für das Finale qualifiziert. In sechs Bereichen müssen sie ihr Können zeigen. "Nur wer diese Übungen beherrscht, kann es später zu etwas bringen", erklärt Organisatorin Corinna Derdau das Konzept, bei dem trotz der anspruchsvollen Aufgaben "der Spaß im Vordergrund steht."
So müssen die Kinder zwar auch, aber nicht nur schwimmen. Startsprung, Wende und Tauchen sind ebenso wichtig. "Besonders schwierig ist der Bereich Koordination", sagt Derdau. Die Ältesten absolvieren 25 Meter wechselweise in Kraul- und Rückentechnik, was einiges an Bewegungstalent verlangt. Am Rande notieren "Bewerter" die Leistungen. Die Gewinner werden durch ein Punktesystem ermittelt, in das neben den Zeiten die Technik einfließt. "In vielen Vereinen steht das Brustschwimmen zu sehr im Vordergrund, das wollen wir verändern", betont Derdau.
Das Beispiel des Gütersloher Vereins zeigt, dass die Anforderungen hoch sind. Obwohl seit vielen Jahren Ausrichter, schickt er keine Aktiven ins Wasser. "Wir haben im Training gerade erst mit den Übungen angefangen", sagt Schwimmwartin Brigitte Zippert. Ziel sei es, im nächsten Jahr eine Mannschaft aufzubieten. "An Nachwuchs mangelt es uns schließlich nicht." Dieses Mal stellt der SC Steinhagen-Amshausen die meisten Aktiven.
Zu den vielen Experten am Beckenrand gehört NRW-Landestrainer Jürgen Verhölsdonk. "Ich kann hier zwar das ein oder andere Talent sehen, suche aber gewiss nicht die Medaillenkandidaten für die Olympischen Spiele 2020", sagt der Aachener. Ihm geht es in erster Linie darum, das "vorbildliche Projekt OWL-IX" näher kennen zu lernen, um es anderen Verbänden in NRW schmackhaft machen zu können. "Die Basisarbeit wird schließlich in den kleinen Vereinen geleistet", erklärt er. Üblicherweise erfolge im Jugendalter dann der Wechsel zu einem Leistungsstützpunkt, wo aus einem Talent im besten Fall ein Spitzenathlet geformt werde. In der Region befinden sich solche Zentren in Warendorf und Paderborn.
Nach zweieinhalb Stunden, "in denen alle hochkonzentriert waren" (Zippert), endet der Wettkampf mit der Ausdauerübung. Sechs Minuten müssen beispielsweise die Jungen und Mädchen des Jahrgangs 2001 in verschiedenen Lagen absolvieren. Das Müsli, das ein Sponsor als Preis gestiftet hat, haben sich am Ende alle redlich verdient.