SCHWIMMEN: Gütersloher Hallenbad bewährt sich bei den OWL-Titelkämpfen als Austragungsstätte
Gütersloh. Bei dem wohl letzten großen Wettkampf machte das Hallenbad an der Herzebrocker Straße Werbung in eigener Sache. "Die Aktiven sind sehr zufrieden", bilanzierte Ulrike Urbaniak die vom Gütersloher SV ausgerichteten OWL-Titelkämpfe.
Suboptimale Bedingungen in OWL
Auf "mittlerem Niveau" ordne Uwe Witte, Bundesstützpunkttrainer in Warendorf, die Leistungen der ostwestfälischen Schwimmer ein. Dass sie auf Bundesebene keine Top-Platzierungen erreichen, hat allerdings seine Gründe. "Es fehlen hauptamtliche Trainer", erklärt Witte, warum es "für ganz vorne nicht reicht". Großstädte wie Essen, Dortmund und Wuppertal seien personell wesentlich besser ausgestattet, haben daher "ganz andere Möglichkeiten, ihren Nachwuchs zu fördern". Die Hallenbäder vervollständigen den Standortnachteil. Nur in Warendorf kann auf 50-Meter-Bahnen trainiert werden. "Suboptimal" findet es Witte zudem, dass sich aus Kostengründen die Vereinsschwimmer die Bäder häufig mit der Öffentlichkeit teilen müssen. (cab)
Die positive Resonanz während der beiden Tage stimmte die Bezirksschwimmwartin traurig, dass das Bad abgerissen werden soll. "Schließlich wissen wir nicht, was als Ersatz kommt." Zwar ist die 1960 eröffnete Sportstätte eher rustikal als modern, für die 319 Teilnehmer reichte der Komfort aber aus. Schließlich bietet die Halle neben der für Wettkämpfe erforderlichen Umlauffläche einige kleine Räume, in denen die Sportler abseits der Hektik zur Ruhe kommen können. "Und fünf Bahnen sind auch in Ordnung", ergänzte Urbaniak mit dem Hinweis, dass es in ganz OWL nur drei Bäder mit sechs Bahnen gibt, die dem üblichen Wettkampf-Standard entsprechen.
Den Eindruck, über "schnelles Wasser" zu verfügen, bestätigten sieben Jahrgangsrekorde. "Nach dem Verbot der High-Tech-Anzüge hatte ich damit nicht gerechnet", sagte Urbaniak. Herausragend die Siegerzeit von Timo Heggemann (Paderborner SV) über 200 Meter Lagen, der in 2:10,20 Minuten nicht nur im Jahrgang 1993 eine neue Bestmarke setzte, sondern auch die Offene Wertung dominierte. Über 100 Meter Freistil glänzte Karolin Pult in 58,86 Minuten – neuer Rekord im Jahrgang 1991/1992, den auch die älteren Schwimmerinnen nicht unterboten. Pults Verein, die Wasserfreunde Bielefeld, drückte den Titelkämpfen mit 44 Goldmedaillen seinen Stempel auf. Ebenfalls stark der Paderborner SV (42 mal Gold) und das ST Bielefeld (28 mal Gold).
Für die heimischen Starter sprang maximal die Silbermedaille heraus. "Überraschungen und Enttäuschungen" resümierte Silke Thoms, Trainerin vom Gütersloher SV. Positiv fiel Sara Schießl im Jahrgang 1997 auf, die über 200 Meter Rücken (2:44,48 Min.) und 200 Meter Freistil (2:26,11 Min.) Bronze holte. Negativ Lisa Offers (Jahrgang 1999), die über 200 Meter Brust disqualifiziert wurde. In der gleichen Altersklasse erreichte Annika Kniekamp bei fünf Starts immer das Treppchen. Vier Bronzemedaillen wurden von der silbernen über 200 Meter Freistil (2:33,11 Min.) überstrahlt. Über den Vize-Titel freute sich Niklas Doll über 100 Meter Brust (1:38,06 Min.). In der Offenen Klasse hielt nur Carla Beckmann mit, drei vierte Plätze bei sechs Starts stellten sie aber nicht zufrieden.
Viktoria Rietberg hatte mit Philipp Austermann (1996) seinen erfolgreichsten Schwimmer. Nach den 100 Meter Schmetterling (1:12,41 Min.) schlug er auch über 100 Meter Freistil auf dem Silberrang an. "Zum ersten Mal unter einer Minute", bejubelte Trainer Martin Stroop die persönliche Bestzeit von 59,75 Sekunden. Mit zwei Silbermedaillen fuhr der Wiedenbrücker TV nach Hause. Fabian Wyrwich (1994) gewann eine über 200 Meter Schmetterling (2:44,51 Min.), Tobias Wyrwich (1992) die andere über 100 Meter Lagen (1:09,47 Min.).