Belgierin Hannelore Desmet gewinnt den Frauenwettbewerb und die Sympathien des Publikums
Herzebrock-Clarholz (wot). Hannelore Desmet war die kleinste Springerin im Feld – und sprang doch am höchsten. 1,84 Meter überquerte die nur 1,67 Meter große und 50 Kilogramm leichte Belgierin und sicherte sich damit erstmals den Sieg in der Wilbrand-Halle.
Die Sympathien des Publikums gewann die 21-Jährige, die Moderator Stefan Schwenke zurecht als "Sprungfloh" titulierte, obendrein wegen ihres dynamischen Anlaufs und ihrer eleganten Technik. "Ich sehe solche kleinen Springerinnen gerne", fand auch die deutsche Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen – die als 1,83 Meter große Brigitte Holzapfel selber mit 1,95 Meter international erfolgreich war – Gefallen an der belgischen Meisterin von 2010. Die nahm alle Höhen im ersten Versuch, bis sie dreimal an 1,86 Meter scheiterte.
Nach den blitzsauber überquerten 1,84 Meter hatte sie die Jubelfäuste geballt, weil damit die EM-Norm des belgischen Verbandes erfüllt war. 2010 bei der Europameisterschaft in Barcelona hatte die angehende Physiotherapeutin aus Houthalen-Helchteren (Flandern) mit 1,83 Meter Rang 13 belegt. Ihr Rekord steht sogar bei 1,89 Meter. Schon 2007 und 2008 hatte Hannelore Desmet in Clarholz triumphiert – allerdings in der A-Jugendklasse.
Besser noch als die nächstplatzierten Frauen sprangen zwei Nachwuchstalente. Melina Brenner (LG Wipperfürth) gewann mit persönlicher Bestleistung von 1,79 Meter das A-Jugendduell mit den höher dotierten Nadja Kampschulte und Nele Hollmann. Und bei den B-Jugendlichen steigerte die 16-jährige Imke Onnen ihren Rekord um sechs Zentimeter auf ebenfalls 1,79 Meter. "Sie macht erst seit zwei Jahren Leichtathletik",wunderte sich Astrid Onnen über den Leistungssprung, nachdem ihr die Tochter jubelnd um den Hals gefallen war. Als Lokalmatadorin wurde Kirsten Liening-Ewert (LG Kreis Gütersloh) mit 1,55 Meter Siebte.