Gütersloh. Der FSV Gütersloh geht in die Offensive. Mit einer neuen Marketingstrategie versucht der Zweitligist, mehr Sponsoren für den Frauenfußball zu gewinnen. "Im Jahr 2013 wollen wir angreifen", sagte gestern der Marketingbeauftragte Andreas Jäger bei einer Pressekonferenz im Sanitätshaus Mitschke, dem Hauptsponsor des Vereins.
Dessen Geschäftsführer Matthias Mitschke, gleichzeitig im Aufsichtsrat des FSV, äußerte die Zuversicht, dass im Kreis Gütersloh genügend wirtschaftliches Potenzial steckt. "Wir werden die Firmen konkret ansprechen", erklärte er. Überzeugt werden sollen sie letztlich mit einem "seriösen Konzept". Gerade ist ein Flyer in Druck gegangen, der die verschiedenen Modelle, von Bronze- bis Gold-Sponsor, vorstellt. "Im Vergleich zu den Herren reichen für hochwertigen Frauenfußball Peanuts", sagte Jäger.
Anja Barwinsky geht in die USA
Für FSV-Kapitänin Anja Barwinsky endet diese Zweitligasaison bereits am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Victoria Gersten. Die 24-Jährige geht ab Mai für drei Monate in die USA, wo sie beim Zweitligisten Virginia Beach Piranhas unterkommt. "Um die Spielberechtigung zu bekommen, darf ich die letzten beiden Partien in Deutschland nicht mehr mitmachen", erklärt sie. Außer als Fußballerin engagiert sie sich in dem Verein auch beruflich. Die Studentin absolviert ein Praktikum, das sie für ihre Ausbildung im Bereich Sportmanagement an der Uni Bielefeld braucht. Rechtzeitig zum Saisonstart Ende August will sie zurück in Gütersloh sein. (cab)
Der aktuelle Etat unterstreicht diese These. 100.000 Euro stehen für sechs Mannschaften zur Verfügung. Für die kommende Serie kalkuliert der Verein mit einer ähnlichen Summe, in Zukunft darf es gerne etwas mehr sein. Um in zwei Jahren an die Tür zur 1. Liga anzuklopfen, bedarf es unbedingt Verstärkungen. Und die Region OWL reicht als Einzugsbereich nicht aus. "Wollen wir auswärtige Spielerinnen anlocken, müssen wir ihnen etwas bieten", sagte Jäger. Im Augenblick sei der FSV froh, die Fahrtkosten übernehmen zu können.
Als ein wesentliches Standbein für eine erfolgreiche Zukunft nannte Jäger die Nachwuchsförderung: "Es kann nicht sein, dass unsere starken B-Juniorinnen von anderen Vereinen abgeworben werden." Ziel müsse es sein, die jungen Spielerinnen langfristig an den FSV zu binden. Aktuell verfüge allerdings ein aufstrebender Klub wie Bayer Leverkusen über finanziell weit bessere Möglichkeiten. Große Hoffnung setzt Jäger auf die WM im Sommer. Holt die deutsche Elf den Titel, könne dies eine Euphorie entfachen, "von der auch wir profitieren."
Davon unabhängig laufen die Planungen für die Saison 2011/2012. Ein Großteil des aktuellen Kaders soll gehalten werden, als Abgänge stehen lediglich Manuela Hanhues und Kira Buller fest. Beide beginnen eine Ausbildung außerhalb Güterslohs. Zehn Spielerinnen haben bereits zugesagt, darunter Leistungsträgerinnen wie Anja Barwinsky, Brigitta Schmücker und Nina Claassen. Offen ist die Zukunft der Junioren-Nationalspielerinnen Kristina Gessat, Annabel Jäger und Lina Magull. Bei Gessat geht Trainer Markus Graskamp aber "fest davon aus, dass sie bleibt". Von den anderen Spielerinnen erwartet er eine Entscheidung innerhalb der nächsten zwei Wochen: "Ich bin nicht bereit, bis Ende Mai rumzudameln."
Gerne hätte Graskamp gestern die ersten Neuzugänge präsentiert, doch kein Gespräch endete mit einer Zusage. Angesichts der lückenhaften Zusammensetzung formulierte er ein Saisonziel mit Fragezeichen: "Wenn wir den Kader halten und uns punktuell verstärken, besser als in diesem Jahr." Aktuell rangiert der FSV auf Rang sechs, drei Spiele stehen aus.