Kreis Gütersloh (cab). Der Kreisligafußball ist um eine kuriose Negativschlagzeile reicher. Die Partie zwischen dem punktlosen Schlusslicht Aramäer Rheda-Wiedenbrück und Viktoria Rietberg wurde von Schiedsrichter Sascha Pöppen (Paderborn) am Sonntag beim Stand von 1:7 und nach vier Gelbroten Karten gegen die Aramäer abgebrochen, als die Gastgeber in der 83. Minute den Platz verließen.
"Der Kapitän ist zu mir hingekommen und hat mir gesagt ,Sie können machen was Sie wollen, wir gehen jetzt", erklärte der 24 Jahre alte Pöppen auf Nachfrage der NW. Als die Spieler die Ankündigung von Fabian Meise wahr machten, habe er den Regeln entsprechend nicht anders reagieren können, als abzubrechen: "So etwas habe ich noch nie erlebt."
Die Konfusion war zu diesem Zeitpunkt offenbar groß. Rietbergs Trainer Ralf Brake hatte von dem vorzeitigen Ende nichts mitbekommen: "Ich dachte, dass wäre der Abpfiff." Also ging er davon aus, dass sein Team mit 7:1 gewonnen habe. Angesichts der erregten Gemüter hätten einige seiner Spieler den Referee schließlich zum Schutz in die Kabine begleitet.
Aramäer-Trainer Masis Akgül stellte die Situation anders dar. "Wir haben den Schiedsrichter um den Abbruch gebeten", erklärte er. Er berief sich auf die Regel, dass eine Partie beendet werden kann, wenn eine Mannschaft weniger als sieben Leute aufweist. "Nach vier Platzverweisen und einem Verletzten waren wir nur noch zu sechst", so Akgül. Laut Pöppen habe aber niemand von den Aramäern ihm gegenüber diesen Wunsch geäußert: "Daher wurde ich überhaupt nicht vor die Entscheidung gestellt, das Spiel wegen der Unterzahl zu beenden."
Das Verhalten der Rheda-Wiedenbrücker gab Pöppen mehrere Rätsel auf. In der 1. Halbzeit ("Sie verlief ohne besondere Vorkommnisse") gab es zwei Gelbe Karten, in der zweiten folgten weitere zwei. Josef Khoury sowie Gebro, Manuel und Thomas Büyükdag waren verwarnt. Und genau diese vier Spieler sahen eine zweite Gelbe Karte. Zuletzt Thomas Büyükdag, der seine Hinausstellung sogar angekündigt und schließlich provoziert habe. Kurz danach folgte das 7:1 für die Rietberger und der Abbruch.
Pöppen fertigte einen Sonderbericht an, in dem er auch erwähnt, dass er von einem bereits hinausgestellten Spieler beleidigt worden sei. "Die Kreisspruchkammer muss sich jetzt mit dem Fall befassen", sagt Staffelleiter Norbert Flaskamp. Beraten werde nicht nur über die Wertung der Partie, sondern auch über das Verhalten der Aramäer. Flaskamp: "Sperren sind durchaus möglich."







