Rheda-Wiedenbrück. In einer unterhaltsamen Fußball-Regionalligapartie gegen Borussia Mönchengladbach II setzte der SC Wiedenbrück gestern die ersten Akzente und ging durch Robert Mainka (7.) viel versprechend in Führung. Ausfälle bei den Gastgebern beschleunigten dann allerdings den Bruch im Spiel. Der bärenstarke Bundesliganachwuchs bestimmte die 2. Halbzeit und kam durch Mathew Leckie (68.) zum verdienten 1:1.
"Die Nummer eins im Kreis sind wir." Die Anhänger des SCW waren nach dem 1:0 in Verl am Sonntag noch in prächtiger Derbystimmung. Ihre Mannschaft unterstrich diese Behauptung mit flotten Kombinationen. Nach dem von Rechtsaußen Lukas Krause mit einem Heber über die schlecht formierte Gladbacher Viererkette hinweg eingeleiteten Führungstreffer durch den kaltschnäuzigen Robert Mainka boten sich den angriffslustigen Hausherren weitere Gelegenheiten. Die besten vergaben Mainka (15.) und Marcel Leeneman (37.). "Da darf man auch mal den zweiten Treffer nachlegen", mäkelte der ansonsten mit seiner Elf sehr zufriedene Thomas Stratos.
Der SCW-Coach hatte ganz auf Offensive gesetzt, Aias Aosman vom rechten Flügel abgezogen und mit Mainka als "Doppel-Zehner" gebracht. Nach 27 Minuten war das nach vorn viel versprechende Experiment beendet. Aosman humpelte angeschlagen vom Platz. Stratos drehte die Uhr zwangsläufig zurück: Krause sicherte wieder neben dem starken Matthias Tietz im defensiven Mittelfeld ab, der eingewechselte Marwin Studtrucker besetzte die rechte Seite.
"Mir hat das Zusammenspiel von Mainka und Aosman gefallen", sagte Stratos. Manche Beobachter hatten indes schon Defizite in der Rückwärtsbewegung gesehen, als die Mönchengladbacher in der Anfangsphase des Spiels nur sporadisch ganz schnell umschalteten. Tietz, die aufmerksame Innenverteidigung und der gute Torhüter Marcel Hölscher entschärften indes diese Angriffe.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, weil die Mönchengladbacher mit Macht auf den Ausgleich drängten. Den Wiedenbrückern fiel es umso schwerer, spielerisch gegenzuhalten, als mit Krause und der Anspielstation in der Spitze, Dominik Jansen, weitere Leistungsträger verletzt ausschieden. Der Tabellenfünfte kam nicht nur zu vielen Tormöglichkeiten, sondern auch zu sehr guten wie denen von Elias Kachunga (47.) oder Amin Younes (61.). Hölscher zeigte, dass er mehr als ein guter Ersatz für die Nummer eins, Sebastian Lange, ist. Dass der Ausgleich durch einen abgefälschten Freistoß fiel, war angesichts der ausgelassen Chancen zwar ein Hohn, aber allemal fällig.
"Wir haben uns einen Punkt erkämpft, angesichts der 2. Halbzeit ist er sicherlich glücklich, denn die Gladbacher, die viel Qualität auf dem Platz hatten, haben sehr viel Druck gemacht." Stratos sprach von einem "guten Ergebnis". Tatsächlich hatte seine Truppe nach der Pause nur noch einen gefährlichen Angriff aufgezogen. Der am Ende nur noch humpelnde Mainka schoss indes mit John Thöle einen eigenen Mann an.
Sven Demandt hatte ein gutes Regionalligaspiel gesehen. "Bis zwanzig Meter vor dem Tor vielleicht sogar unser bestes."Weil seine Elf dann zu wenig daraus gemacht habe, weil die letzte Entschlossenheit fehlte, fand der Mönchengladbacher Coach das Ergebnis "nicht so falsch".







