FUSSBALL: Regionalligist SC Verl gegen starke Schalker völlig überfordert
VON UWE KRAMME
Verl. Der SC Verl kommt nicht vom Tabellenende der Fußball-Regionalliga weg. Gestern kassierten die Schwarz-Weißen mit dem 1:3 gegen den FC Schalke 04 II die sechste Niederlage im siebten Heimspiel. "Unsere Bilanz ist schrecklich", stöhnte Hans-Josef Katzwinkel. "Aber das heutige Spiel ärgert mich nicht so sehr wie das 0:1 gegen Wiedenbrück, denn die Schalker waren einfach eine Klasse besser als wir", erklärte der Verler Vorsitzende, warum er die Ruhe bewahren werde, während die Fans wieder "Bertels raus"-Rufe anstimmten.
Als die Verler vor 450 Zuschauern an der Poststraße ihren ersten Zweikampf gewannen, war die Partie schon entschieden. Denn eiskalt hatten die Schalker krasse Abwehrfehler der schläfrig beginnenden Hausherren ausgenutzt. Beim 1:0 (4.) ließ der fixe Jonas Erwig-Drüppel Linksverteidiger Marco Kaminski uralt aussehen. Die scharfe Hereingabe konnte Mario Schneider gegen den U19-Nationalspieler Philipp Hofmann nicht verteidigen.
Der Kopfball des bulligen Mittelstürmers, dem ein Profivertrag des FC Schalke vorliegt, schlug ein. Auch beim 0:2 machte Bertram, der nach überstandener Gehirnerschütterung wieder für den jungen Simon Schubert in die erste Elf gekommen war, eine schlechte Figur. Sergio Escudero trat allerdings auf der linken Seite auch in einer Art und Weise an, die nachvollziehen lässt, warum ihn die Schalker eigentlich für ihre Bundesligamannschaft geholt haben. Gegen seinen harten Schuss ins lange, rechte Eck, hatte Milos Mandic wieder keine Chance.
In der Folgezeit war den Verlern das Bemühen nicht abzusprechen, allein ihr Können reichte nicht, um die Gäste zu stoppen. Hätten die ihre Möglichkeiten konsequenter genutzt, es hätte noch viel ärger kommen können. Trainer Bernhard Trares wurde nach dem 3:0 (44.) durch Pascal Schmidt deshalb gerade bei den guten Kontermöglichkeiten im 2. Abschnitt laut, weil seine jungen Leute eigensinnig den besser postierten Nebenmann übersahen. "Man weiß doch, wie eng so ein Spiel werden kann, wenn der Anschlusstreffer fällt."
Davon, dieses Spiel noch interessant zu machen, waren die durch die Bank überfordert wirkenden Verler allerdings weit entfernt. In der 26. Minute war Manuel Rasp nach einem Brinker-Pass zwar schon an Timo Hildebrand vorbei, aber auch zu weit nach links abgetrieben, als dass er den Ball noch über die Linie hätte bringen können. Vier Minuten später kam der Ex- Nationaltorhüter schnell genug heraus, um nach einem Schneider-Pass vor Brinker zu klären.
Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Schalker ihre komfortable Führung und ließen außer dem Kopfball von Guerino Capretti (66.) nichts Zählbares für die resignierenden Hausherren zu. Als die Partie jedoch auf ein 0:3 zuzuplätschern schien, hatte der eingewechselte Martin Fuhsy dann aber doch noch ein Erlebnis der besonders motivierenden Art.
In eine Linksflanke von Dennis Buschening hielt der Nachwuchsstürmer einfach mal den Fuß rein und bezwang so Hildebrand. "Natürlich ist es ein tolles Erlebnis, ein Tor gegen einen Nationalspieler zu schießen, aber was hilft es uns, wir haben klar verloren. Lieber hätte ich gewonnen und nicht getroffen."
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