LEICHTATHLETIK: 9. Clarholzer Sparkassen-Meeting begeistert die Zuschauer
VON WOLFGANG TEMME
Herzebrock-Clarholz. Eike Onnen konnte nur zuschauen, doch auch ohne den Rekordhalter bot das Clarholzer Hochsprungmeeting bei der 9. Auflage hochklassigen Sport. Am höchsten hinaus trieb es die fliegenden Holländer: Douwe Amels, der amtierende Meister der Niederlande, gewann bei den Männern mit 2,15 Meter. Noch größer war die Siegesfreude bei Marije Langen, die 1,82 Meter überwand (siehe Bericht unten). "So schön kann Hochsprung sein", stellte Hallensprecher Stefan Schwenke fest, als er den Jubel der 25-Jährigen beobachtete.
Bei Weltklassespringer Eike Onnen, im Vorjahr mit 2,21 Meter vor Amels siegreich, kribbelte es zwar in den Beinen. "Wir wollen aber kein Risiko eingehen", erklärte der 29-Jährige, der an einer Entzündung der Weisheitszähne laboriert und erst nach der für Donnerstag geplanten Operation entscheiden kann, inwieweit er die Hallensaison bestreitet. Keinesfalls gefährden will er sein großes Freiluft- Ziel, die Olympia-Teilnahme in London.
Der Weg zum ersten Sieg für Douwe Amels in der Clarholzer Hochsprung-Arena wurde noch freier, als Matus Bubenik verletzt ausschied. Der 2,25-Meter-Springer aus der Slowakei, am Freitag beim Meeting in Essink noch Zweiter mit 2,16 Meter, gab nach seinem ersten Sprung über 2,02 Meter auf. Amels, ein 20-jähriger Jura-Student aus Delft, stieg ebenfalls bei 2,02 Meter ein und lieferte sich fortan ein spannendes Duell mit Michal Durkac. Doch während der Slowake dreimal an 2,15 Meter scheiterte, nahm Amels die Höhe im zweiten Versuch.
Die nächste Stufe, seine Freiluftbestleistung von 2,18 Meter, war dann aber auch für ihn zu hoch, obwohl ihn seine Wunschmusik ("Squeeze me" von Kraak & Smaark) sowie das rhythmische Klatschen der 300 Zuschauer in der proppevollen Wilbrand-Halle beflügelte. "Er kann über 2,20 Meter schaffen", traut Nationaltrainer Rini van Leeuwen seinem 1,95 Meter großen Schützling schon bei den niederländischen Titelkämpfen Ende Februar eine Steigerung zu.
Bester Deutscher wurde Kai Schiffer (Bayer Leverkusen) mit neuer persönlicher Hallenbestleistung von 2,09 Meter. Der 21-Jährige wurde erfolgreich gecoacht von Sebastian Kneifel, dem diesmal wegen Formschwäche auf einen Start verzichtenden Sieger von 2010.
"Lokalmatador" Sascha Greshake aus Versmold schien auch auf einem guten Weg in höhere Sphären, nahm er doch bis einschließlich 2,02 Meter alle Höhe souverän im ersten Versuch. Dann aber geriet der 23-Jährige vom LC Solbad Ravensberg (Bestleistung: 2,11 m) mit seiner Anlaufgestaltung durcheinander, verschenkte die ersten beiden Versuch über 2,06 Meter im Prinzip und scheiterte im dritten knapp. Greshake, der neben seinem Beruf als Mechatroniker an der Abendschule noch das Fachabitur baut und kaum Zeit zum trainieren hat, nahm es gelassen: "Ich habe ja nichts zu verlieren, weil ich keine besonderen Ambitionen habe – ich mache das nur aus Spaß."
Den größten Spaß für das Publikum lieferte Markus Konopatzky. Der 1,85-Meter-Mann der LG Ratio Münster feierte seine Sprünge über 1,94 Meter und 1,98 Meter mit einem anschließenden Salto rückwärts vor der Hochsprunganlage.
In der Jugendklasse bedauerte Cheforganisator Siggi Klapper die Absage des 16-jährigen Falk Wendrich (LAZ Soest); der 2,14-Meter-Springer war im Abschlusstraining umgeknickt. So ging der Sieg an den holländischen Sprungfloh Daniel Leyba (1,98 m). Der Gütersloher Zehnkampfspezialist Marvin Gregor belegte bei seinem ersten Start für den LC Paderborn Rang sechs mit 1,90 Meter, nachdem er beim Einspringen schon über 1,95 Meter gefloppt war.
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