VON UWE KRAMME
Gütersloh. Von den fünf Heimspielen möglichst viele gewinnen und auswärts zumindest in den Begegnungen mit den direkten Konkurrenten Hahlen und Riemke punkten: Der Plan, den sich die Handballer der HSG Gütersloh ausgedacht haben, um den Klassenerhalt in der Oberliga zu schaffen, klingt genial einfach. Umso schwerer ist für den Drittletzten die Umsetzung, denn vier Teams steigen am 12.Mai in die Verbandsliga ab.
"Wir bleiben drin, wetten?" Daniel Pries ist optimistisch. Dass sein Versprechen viel glaubhafter klingen würde, wenn die HSG am Sonntag in der Halle Nord gegen die Reserve seines alten Vereins gewinnt, den VfL Eintracht Hagen, mag der Linksaußen jedoch nicht verhehlen.
Mit Eintracht Hagen verbindet sich beim Tabellendreizehnten die Hoffnung, dass es sogar reichen könnte, wenn er nur noch die um einen Punkt besser platzierten Riemker überholt. Denn wenn Hagens "Erste", die derzeit in der 3. Liga nur einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze aufweist, herunterkommt, dürfte Hagen II nicht in der Oberliga bleiben.
"In Hagen weht nach dem Trainerwechsel ein frischer Wind. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es die Eintracht schafft, sich in der 3. Liga zu halten", erklärt Pries, der immer noch gute Kontakte in die alte Heimat pflegt. Der neue VfL-Chefcoach Khalid Khan habe auch personell einiges verändert und mit Dorian Gollar und Marvin Rosian zwei Reservisten hochgezogen. Ob dafür Spieler aus dem Drittligateam frei geworden sind, vermag Pries jedoch nicht zu sagen: "Keine Ahnung, mit was für einer Combo die bei uns auflaufen."
Die HSG Gütersloh dürfe am Sonntag eh nicht auf die Besetzung des Tabellenachten, sondern nur auf sich selber schauen, findet Pries, der in der Jugend von der SG Schalksmühle in die Talentschmiede von Eintracht Hagen wechselte. "Diesen Gegner müssen wir schlagen, wenn wir unsere Chance auf den Klassenerhalt nutzen wollen", erklärt der dieses Mal besonders motvierte 22-Jährige. "Wir müssen allerdings wieder mit so einer Einstellung auftreten wie zuletzt beim Heimsieg gegen Möllbergen."
Mit der Einstellung sei das in dieser Saison bei den Schwarz-Gelben jedoch bislang so eine Sache gewesen, erklärt Pries die schwankenden Leistungen seines Teams. Der schnelle Spieler, den Trainer Matthias Wieling wegen seiner Konterstärke gerne als Vorgezogenen einsetzt, wenn er offensive Dekungsformen wählt, nimmt sich bei dieser Kritik nicht aus. Und der HSG-Coach ergänzt: "Daniel ist stärker geworden, hat aber immer noch viel Luft nach oben." Wieling überrascht diese Anlaufschwierigkeiten jedoch nicht: "Das ist normal, wenn ein junger Spieler seine Lebenssituation komplett ändert."
Happyend hin oder her, für Pries war es grundsätzlich die richtige Entscheidung, nach zwei Jahren im Drittligateam von Eintracht Hagen zur HSG Gütersloh zu wechseln. "Hier komme ich endlich richtig zum Spielen." Voll erfüllt hätten sich zudem die beruflichen Erwartungen, die hinter dem sportlichen Wechsel standen: "Mein Studium der Elektrotechnik in Bielefeld ist wirklich gut angelaufen."
Weil der Schwerpunkt " Regenerative Energien", den sich der gelernte Elektroniker ausgesucht hat, so nur in Bielefeld angeboten wird, möchte Pries auch in den nächsten Semestern in Ostwestfalen Handball spielen. "Warum nicht weiter bei der HSG, und wenn die eine Mannschaft mit Perspektive aufstellt, muss es auch nicht unbedingt in der Oberliga sein." Der Klassenerhalt würde allerdings die derzeit laufenden Gespräche erleichtern. "Aber Klarheit gibt es diesbezüglich wohl erst ganz spät in der Saison", fürchtet ausgerechnet der HSG-Spieler, der es auf dem Feld immer so eilig hat.